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Panorama Mann sticht mit Messer auf Säugling ein – und stürzt von Balkon
Nachrichten Panorama Mann sticht mit Messer auf Säugling ein – und stürzt von Balkon
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16:43 21.07.2019
Fassungslos stehen Polizisten, Feuerwehrleute und Anwohner vor dem Plattenbau im Kurt-Schumacher-Ring im Rostocker Stadtteil Dierkow. Quelle: Stefan Tretropp
Rostock

In Rostock ereigneten sich Samstagnacht verstörende Szenen: Ein Mann hat mit einem Messer auf einen Säugling eingestochen und dem Baby dabei schwerste Verletzungen zugefügt. Anschließend sei der 40-Jährige über die Brüstung des Balkons der Wohnung im fünften Obergeschoss gestiegen und in die Tiefe gesprungen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Dabei sei er ums Leben gekommen.

Auf Bildern ist zu sehen, wie ein Beamter versuchte, den Mann am Bein festzuhalten. Doch der Polizist konnte den Sturz des 40-Jährigen nicht mehr verhindern.

Anmerkung:
Das RND hat sich aus ethischen Gründen gegen die Veröffentlichung dieses Bildmaterials entschieden.

Das Baby wurde in der Universitätsklinik Rostock notoperiert. Nachbarn hatten dem Sprecher zufolge kurz vor Mitternacht die Polizei gerufen, weil aus der Wohnung lautes Geschrei drang.

Laut Polizei wurden die Einsatzkräfte kurz vor Mitternacht in die Wohnung gerufen, berichtet die „Ostsee-Zeitung“.

Mann hielt Säugling im Arm

Die Ermittler schließen eine Beziehungstat nicht aus, obwohl zunächst unklar blieb, ob der Mann der Vater des Kindes war. Er habe sich regulär in der Wohnung aufgehalten und sei nicht eingedrungen, hieß es. Die 18 Jahre alte Mutter des Babys, die zum Tatzeitpunkt auch in der Wohnung im Stadtteil Dierkow war, habe einen Schock erlitten und bislang nicht vernommen werden können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock.

Beide seien Deutsche. Mit weiteren Ermittlungsergebnissen sei frühestens am Montag zu rechnen.

Vor Ort fanden die Beamte erdrückende Szenen vor. Der Mann hielt einen drei Monate alten Säugling auf dem Arm, schrie laut herum und drohte, diesen vom Balkon zu werfen, berichtet die Zeitung. Da die Polizisten aufgrund der mit einer Waschmaschine versperrten Eingangstür nicht in die Wohnung kamen, mussten sie am Boden Stellung beziehen.

Währenddessen eskalierte die Situation auf dem Balkon weiter. In der Wohnung befanden sich neben dem Mann und dem Säugling auch noch eine 18-jährige Frau und ein sieben Jahre alter Junge. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten, bedrohte der Mann alle Anwesenden mit einem Messer.

Trennung als Auslöser?

Nachbarn wussten zu berichten, dass der Mann vorher gerufen haben soll: „Du hast mein Leben zerstört, jetzt zerstöre ich deines.“ Sie nahmen in den letzten Tagen immer wieder laute Schreie aus der Wohnung wahr. Wie es hieß, hatte sich die 18-Jährige erst kürzlich von dem Mann getrennt. So kam es schließlich dazu, dass er mit dem Messer auf den Säugling einstach.

Blutend setzte sich der Mann dann auf den Balkon und drohte weiter. Mit grober Gewalt gelang es der Polizei, in die Wohnung und zum Balkon zu kommen. Der Mann stürzte sich daraufhin aus der Wohnung.

Säugling in Lebensgefahr

Minutenlang nach dem Aufprall reanimierten Rettungskräfte den Mann, während der schwerst verletzte Säugling sofort in ein Krankenhaus kam und notoperiert werden musste. Laut Harald Nowack von der Staatsanwaltschaft schwebe das Baby in akuter Lebensgefahr.

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Anonymes Gesprächs- und Beratungsangebot für Menschen in Not und Krisen: Kirchliche Telefonseelsorge, Tel. 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 oder unter www.telefonseelsorge.de

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Kinder- und Jugendsorgentelefon: 0800-1110333

Von RND/Stefan Tretropp/dpa