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Panorama Möhrenernte zertrampelt: Bauer sauer auf Klima-Aktivisten
Nachrichten Panorama Möhrenernte zertrampelt: Bauer sauer auf Klima-Aktivisten
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12:51 25.06.2019
Zahlreiche Umweltaktivisten blockieren die Gleise der Kohle-Transportbahn. Quelle: Marcel Kusch/dpa
Rommerskirchen

Ein Landwirt aus Rommerskirchen in Nordrhein-Westfalen ist sauer auf Aktivisten, die am Wochenende im rheinischen Braunkohlerevier für mehr Klimaschutz demonstriert und dabei angeblich sein Möhrenfeld zertrampelt haben. Seinem Ärger machte Willi Kremer-Schillings unter anderem bei Twitter Luft.

„Wenn 500 „Klimaretter“ ohne Veranlassung quer durch ein Möhrenfeld laufen. Dann die Kommentare: „ihr bekommt doch Subventionen, wird entschädigt, reg dich nicht auf“. Die Arroganz der urbanen Eliten. Kein Unrechtsbewusstsein. Der Zweck heiligt alles?“, schrieb Kremer-Schillings beim Kurznachrichtendienst und veröffentlichte ein Foto seines Möhrenfeldes mit einer mehrere Meter breiten Schneise.

„Asoziale Klimagegner laufen durch Äcker“

Noch deutlicher wird der Landwirt in seinem persönlichen Blog – dort veröffentlichte er einen Beitrag unter dem Titel: „Asoziale Klimagegner latschen durch Äcker“. In dem Text schreibt er, dass 500 Klima-Aktivisten seinen Wohnort Rommerskirchen „heimgesucht“ hätten: „Nachdem sie beim Vorbeimarsch nach Neurath rund um unseren Hof Müll hinterlassen haben, dann über ein abgeerntetes Petersilienfeld gewandert sind, haben sie sich dabei gefilmt, wie sie mitten durch ein großes Möhrenfeld latschen.“ Kollegen aus der Region sei es ähnlich gegangen, sagte Kremer-Schillings der „Rheinischen Post“. „Viele Landwirte wollen Strafanzeige erstatten, oder haben es auch getan“, sagte er der Zeitung.

Unter seinem Blogeintrag und seinem Tweet bekommt Kremer-Schillings viel Zustimmung, es gibt aber auch reichlich kritische Kommentare. Wenig Verständnis für den Ärger des Bauern zeigt etwa der Grünen-Politiker Georg Kössler auf Twitter: „Deine Möhren sind nicht wichtiger als unser Klima. Sorry“, schrieb der.

„Ende Gelände“ entschuldigt sich – und will Bauern entschädigen

Die Initiative „Ende Gelände“ reagierte am Dienstagvormittag mit einem Tweet auf den Unmut des Landwirts: „Wir haben gestern mit Bauer Willi telefoniert & uns entschuldigt. Das Gespräch war freundlich & baldiges Treffen soll folgen (...) Wir stehen an der Seite der Bäuer*innen“, heißt es dort. In einem anderen Tweet kündigte die Initiative Entschädigungszahlungen für die betroffenen Landwirte an.

Am Wochenende hatten sich mehrere Tausend Menschen an Protesten für mehr Klimaschutz im rheinischen Braunkohlerevier beteiligt. Nach Angaben der Initiative „Ende Gelände“ waren an den drei Tagen rund 6000 Menschen an Blockaden des Tagebaus Garzweiler und von Bahnlinien zu zwei Braunkohlekraftwerken beteiligt.

Von RND/seb

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