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Panorama Nachruf zum Tod von Peter Fonda: Der ewige “Easy Rider”
Nachrichten Panorama Nachruf zum Tod von Peter Fonda: Der ewige “Easy Rider”
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14:04 18.08.2019
Peter Fonda starb an einer Lungenentzündung. Quelle: imago images / UPI Photo

Der Zeitpunkt war perfekt, auch wenn das damals wohl niemand so recht ahnte. Überall auf der Welt protestierten Studierende gegen bürgerliche Spießer und Vietnam-Krieg. Die drogenbeseelte Flower-Power-Bewegung feierte bis zum bitteren Exzess das freie Leben. Und Peter Fonda, Dennis Hopper und Jack Nicholson gaben Gas auf ihren chromblitzenden Harley-Davidson-Choppern im Film „Easy Rider“. Das Motorengeknatter, versetzt mit der Steppenwolf-Hymne „Born To Be Wild“, bildete im Kino fortan den Soundtrack der Woodstock-Generation. Drei Außenseiter brausen in dem Roadmovie durch die US-Südstaaten. Sie nehmen das Freiheitsversprechen ihres Landes beim Wort und stoßen auf Engstirnigkeit, Rassismus, offenen Hass - bis sie aus dem Motorradsattel geschossen werden.

Der Film war nicht nur Segen, sondern auch Fluch

Manchen Zuschauer ließ der unter chaotischen Umständen gedrehte Film irritiert zurück, der den Ruhm der New-Hollywood-Bewegung um Regisseure wie Martin Scorsese, Robert Altman und Francis Ford Coppola begründen sollte. Auf den Kinoplakaten hieß es damals nur: „Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends mehr finden.“ Popkultur und Lebensgefühl gingen eine unwiderstehliche Symbiose ein. „Easy Rider“, produziert mit einem lächerlichen Budget von 325.000 Dollar, machte Fonda zum Multimillionär. Doch war der Film für ihn nicht nur Segen, sondern auch Fluch. Später beklagte er, dass er seinen „Captain America“ nie wieder losgeworden sei. Fonda spielte in insgesamt mehr als 70 Filmen, sollte knapp drei Jahrzehnte später mit „Ulee's Gold" (1998) als Vietnam-Veteran und stoischer Bienenzüchter noch einmal für den Oscar nominiert werden, und er führte auch Regie („Der weite Ritt“): Doch seine Lebensrolle war die des schweigsamen Typen mit Lederjacke und wilder Mähne, der am Lagerfeuer Joints herumreicht und Rednecks den Stinkefinger zeigt.

Unterwegs in Amerika: Peter Fonda als "Easy Rider" Quelle: imago images / Cinema Publishers Collection

Allerdings tat Fonda auch später einiges, um seinen Ruf als Rebell zu kultivieren. Er schmiss wilde Partys in Los Angeles genauso mit den Beatles wie mit den Rolling Stones, er konsumierte Drogen, und er liebte seine Zweiräder. Noch vor ein paar Jahren schwärmte Fonda von seinen vier Motorrädern, neben einer Harley gehörten ihm auch eine Ducati und zwei BMW. Nur fuhr er da nach zwei schweren Unfällen nicht mehr ganz so ungestüm um die Kurven. In der berühmten Schauspielerfamilie um den übermächtigen Patriarchen Henry Fonda galt Sohn Peter lange Zeit als das schwarze Schaf. Seinen liberalen Geist hat sich Peter Fonda immer bewahrt, genau wie seine noch berühmtere Schwester Jane.

Fonda wetterte gegen Konservatismus

Er engagierte sich schon für Umweltschutz, als das noch nicht so viele andere Prominente taten. Fonda wetterte gegen den Konservatismus der Regierung George W. Bush, und zuletzt lieferte er sich eine Twitter-Fehde mit Donald Trump. Dabei ließ er seiner Wut freien Lauf: Er empfahl, man solle den jüngsten Trump-Sohn Barron von seinen Eltern trennen und in einen Käfig sperren - so wie es mit Migrantenkindern an der mexikanisch-amerikanischen Grenze geschehe. Für diese Aussage entschuldigte er sich später.

"Zu Ehren von Peter, bitte erhebt ein Glas auf die Freiheit"

Im Mai sollte Peter Fonda in Cannes noch einmal seinen Kultfilm „Easy Rider“ in Cannnes präsentieren, der dort ein halbes Jahrhundert zuvor Premiere gefeiert hatte. Daraus wurde nichts mehr, er war wohl schon zu krank. Am Freitag ist Peter Fonda im Alter von 79 Jahren an den Folgen von Lungenkrebs in seinem Haus in Los Angeles gestorben. Sie feiere seinen "unbeugsamen Geist und seine Lebenslust“, teilte die Familie mit: „Zu Ehren von Peter, bitte erhebt ein Glas auf die Freiheit." Seine große Schwester Jane sagte über den Abschied von ihrem Bruder: „Ich hatte ein paar wundervolle Tage allein mit ihm. Er ist lachend von uns gegangen.“ Manche Weggenossen aus Hollywood vermuten, dass er nun mit dem bereits 2010 gestorbenen „Easy Rider“ Dennis Hopper anderswo seine Motorradrunden dreht.

Von Stefan Stosch/rnd

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