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Panorama Skandal um Brustimplantate: Alles Wissenswerte
Nachrichten Panorama Skandal um Brustimplantate: Alles Wissenswerte
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13:29 22.06.2017
Mehr als 5000 Frauen in Deutschland tragen die Brustimplantate aus Silikon der Firma PIP. Quelle: EPA FILE
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Karlsruhe

Viele Tausende Frauen haben durch den Brustimplantate-Pfusch der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) schlimmes Leid hinter sich. Der Hersteller hat über viele Jahre heimlich Implantate mit nicht zugelassenem Billig-Silikon befüllt. Der Bundesgerichtshof verhandelt an diesem Donnerstag den Fall eines Opfers. Sie will den TÜV-Rheinland belangen. Denn der hatte die Implantate zertifiziert - und nichts gemerkt. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zum Skandal im Überblick:

Der Hersteller

Die französische Firma hat seit 2001 die meisten ihrer Implantate mit einem billigen Industrie-Silikon statt mit dem zugelassenen Gel befüllt. Kamen Kontrolleure, wurde die Produktion vorübergehend umgestellt. Im Frühjahr 2010 fliegt der Betrug auf.

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Die Opfer

Hunderttausende Frauen sind weltweit betroffen, in Deutschland nach offiziellen Zahlen mindestens 5224. Die Implantate können reißen oder das Silikon „ausschwitzen“. Deshalb wird zum Entfernen geraten.

Der Firmenchef

PIP-Gründer Jean-Claude Mas wird zu vier Jahren Haft verurteilt. Seine Firma ist insolvent. Opfer aus Frankreich können eine Entschädigung von dem Haftpflichtversicherer beantragen. Die Summe ist aber gedeckelt, für jede Frau bleiben nur ein paar Hundert Euro.

Der TÜV-Rheinland

Umstritten ist die Rolle des TÜV Rheinland. Er hat für PIP die Qualitätssicherung zertifiziert und überwacht. Der TÜV sieht sich als Opfer des Betrugs. Etliche Frauen klagen auf Schmerzensgeld, in Deutschland bisher ohne Erfolg. Ein französisches Handelsgericht hat rund 20 000 Klägerinnen etwa 60 Millionen Euro Schadenersatz vom TÜV zugesprochen. Dagegen läuft aber noch das Berufungsverfahren.

Von RND/dpa/sos