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Panorama Stadt Potsdam sieht Holzstapel als Bauwerk an – und fordert Abriss
Nachrichten Panorama Stadt Potsdam sieht Holzstapel als Bauwerk an – und fordert Abriss
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18:59 27.03.2019
Der vielleicht berühmteste Holzstapel Deutschlands auf der Insel Hermannswerder in Potsdam. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Potsdam

Ein Holzstapel als Bauwerk deklarieren? So lautet zumindest die juristische Forderung der Bauverwaltung im Streit um den wohl berühmtesten Kaminholz-Stapel Deutschlands in Potsdam. Der Streit geht ins Jahr 2016 zurück. Das Inselhotel Hermannswerder, wo das „Bauwerk“ steht, und die Potsdamer Stadtverwaltung streben nun einen Vergleich an.

Dies habe das Verwaltungsgericht vor der Eröffnung eines Verfahrens angeregt, sagt Hotel-Inhaber Burkhard Scholz: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt.“

Das war passiert: Damals forderte die Bauverwaltung den Abriss des Kaminholz-Stapels, weil dafür eine Baugenehmigung fehle, so die Begründung. Der Stapel stand da laut Scholz aber schon seit 20 Jahren im Hotelgarten.

Die Überzeugung der Verwaltung: Er sei „durch seine eigene Schwere“ mit dem Boden verbunden und somit ein Bauwerk. Die Stadt verhängte 1000 Euro Strafe gegen das Hotel und drohte dem Inhaber sogar mit Haft. Daraufhin hatte Scholz Klage eingereicht.

Akten zu Streitpunkten mit der Stadt füllen „einen halben Keller“

Der Streit um den Holzstapel macht jedoch nur die Spitze eines Aktenberges rund um das Hotel aus, der nach Angaben von Scholz’ Anwalt Andreas Seeck „mittlerweile einen halben Keller füllt“.

Denn das in den 1990er Jahren errichtete Hotel liegt aus Sicht der Stadt in einem Landschaftsschutzgebiet. So musste Scholz jahrelang um die Genehmigung eines Bootsstegs, einer Markise über der Terrasse, eines Eselstalls sowie einer Erweiterung des Seerestaurants kämpfen.

In dem aktuellen Streit beanstandet die Bauverwaltung neben dem Holzstapel eine Abdeckung und einen Glaszaun rund um den genehmigten Außenpool, einen gepflasterten Weg zum Hotelsteg, ein Saunaschiff sowie ein Gatter für die Haustiere, Esel Fritz und Pony Wilhelmine.

Suche nach einem Kompromiss

„Die Stadt hat signalisiert, dass sie den Weg zum Bootssteg möglicherweise hinnehmen könnte, ebenso die Abdeckung und die Umzäunung des Pools“, berichtete Scholz. Im Gegenzug will der Hotelier den Holzstapel an einen neuen Standort räumen lassen, der nicht in den zwischen beiden Seiten ebenfalls umstrittenen Grenzen des Landschaftsschutzgebiets liegt.

Außerdem will Scholz das Gatter für Pony und Esel verkleinern sowie dem neu geäußerten Wunsch der Stadt nachkommen, einige im Garten aufgestellte Parkbänke weiter vom Ufer wegzurücken.

Knackpunkt sei die am Hotelsteg auf einem Floß verankerte See-Sauna, die aus Sicht der Stadt ebenfalls ein Bauwerk darstellt. „Ich möchte aber eine Gesamtlösung, die auch die auf einem Sportboot befindliche Sauna umschließt“, so Scholz. Die Schiffssauna ist seit einem Brand im Dezember außer Betrieb. „Ich wäre heilfroh, wenn dieser jahrelange, nutzlose Streit endlich beigelegt werden könnte“, sagt Scholz.

Von RND/Klaus Peters

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