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Panorama Steigende Gewalt in Praxen: Ärzte und Helfer lernen Selbstverteidigung
Nachrichten Panorama Steigende Gewalt in Praxen: Ärzte und Helfer lernen Selbstverteidigung
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07:47 01.03.2019
Wolfgang Göbes, Trainer für Selbstverteidigung, bereitet Krankenhäuser und Arztpraxen auf Gefahrensituationen vor. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Stuttgart

Gewalttätige Angriffe auf Helfende nehmen auch in deutschen Arztpraxen zu, wie Experten berichten. Nach Auskunft der Bundesärztekammer nehmen Ärzte deutlich wahr, dass die Aggressivität gegenüber ihrer Berufsgruppe und anderer Berufsgruppen im Gesundheitswesen zunimmt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt der Verband medizinischer Fachberufe (VMF): „Die Medizinischen Fachangestellten in den Arztpraxen berichten von einem zunehmend raueren Umgangston an den Anmeldungen und von offener Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Team einer Arztpraxis“, sagte Barbara Kronfeldner, Referatsleiterin für Medizinische Fachangestellte beim VMF.

2017 gab es etwa in Baden-Württemberg 92 Straftaten mit Ärzten als Opfer. Drei Jahre zuvor zählte das Sozialministerium noch 62 Fälle. Für medizinische Fachangestellte gibt es keine Zahlen, das Ärzteblatt weist außerdem auf eine Dunkelziffer hin.

Deeskalationskurse und Selbstverteidigung

Die Bundesärztekammer verweist auf Angebote der Ärztekammern. Diese bieten Beratungen, Deeskalationskurse, Sicherheitstrainings und Kommunikationskurse an. Um den Schutz von Ärzten zu erhöhen, sei man zudem in intensiven Gesprächen mit der Bundesregierung. Der VMF fordert, dass Gewalt gegen Praxisteams auch in den Straftatbestand „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Rettungsdienstmitarbeiter“ aufgenommen wird. Zudem müssten Arbeitgeber ihrer Schutzfunktion für ihre Angestellten besser nachkommen.

Mitte August vergangenen Jahres hatte ein Patient einen Allgemeinmediziner in Offenburg in dessen Praxis mit zahlreichen Messerstichen getötet und eine Arzthelferin verletzt. Die Tat hatte in der mehr als 60.000 Einwohner zählenden Stadt für Unruhe gesorgt und Betroffenheit ausgelöst. Der mutmaßliche Täter steht derzeit vor Gericht.

Von RND/dpa

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