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Panorama Verwestes Baby: Mutter bei Wacken-Festival festgenommen
Nachrichten Panorama Verwestes Baby: Mutter bei Wacken-Festival festgenommen
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18:13 03.08.2019
Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Quelle: dpa
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Rieseby

Ein toter Säugling ist in Rieseby in Schleswig-Holstein auf einem Feld entdeckt worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Kiel am Freitag mitteilte, ist die Identität der Mutter des Babys bekannt. Der Säugling sei am Donnerstagabend gefunden worden. Am Samstag gab die Staatsanwaltschaft bekannt, dass das Baby nicht durch Gewalteinwirkung gestorben sei.

Die Mittzwanzigerin hat demnach bereits eingeräumt die Mutter des toten Säuglings zu sein – es habe sich jedoch um eine Totgeburt gehandelt, gibt der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler ihre Aussage wieder. „Wie und warum das Baby zu Tode gekommen ist, wissen wir nicht“, bestätigte auch Kiels Polizeisprecher Matthias Arends.

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Nach Informationen der Kieler Nachrichten war der Körper des leblosen Babys bereits stark zersetzt. Anwohner fanden ihn laut Arends und informierten die Polizei. Diese schätzt derzeit das Geburtsdatum des Kindes bereits auf Mitte 2018. Exaktere Angaben seien aber noch nicht möglich.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlag

Wie die Kieler Nachrichten erfuhren, ermittelte die Mordkommission noch am späten Abend und konnte über Hinweise aus dem Umfeld die wahrscheinliche Mutter mit Unterstützung der Polizeikräfte auf dem Wacken-Festival finden. Sie wurde gegen 1.10 Uhr vorläufig festgenommen, und daraufhin erst einmal befragt. Detaillierte Angaben hat sie offenbar noch nicht gemacht.

„Die Frau hat angegeben es sei eine Totgeburt gewesen“, sagte Oberstaatsanwalt Bieler. In der Staatsanwaltschaft werde das Ermittlungsverfahren dennoch zunächst einmal als Totschlag deklariert. „Die Frage ist nun, ob die Rechtsmedizin Erkenntnisse erlangen kann, ob das Kind eines natürlichen Todes gestorben ist“, so Bieler weiter. Anschließend werde entschieden, ob es sich um eine Straftat handele – oder um eine Ordnungswidrigkeit bei einer nicht gemeldeten Totgeburt mit selbst vorgenommener Bestattung.

Von Niklas Wieczorek/RND/dpa