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Panorama Warum viele Drogen-Onlineshops nicht einfach abgeschaltet werden können
Nachrichten Panorama Warum viele Drogen-Onlineshops nicht einfach abgeschaltet werden können
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13:41 28.06.2019
Sichergestellte Ecstasy-Pillen liegen während einer Pressekonferenz im Bundeskriminalamt auf einem Tisch. Nach monatelangen Ermittlungen wurde der deutschlandweit größte Drogen-Onlineshop abgeschaltet. Quelle: Silas Stein/dpa
Wiesbaden/Hannover

Der Polizei ist ein Schlag gegen den Drogenhandel im Internet gelungen: Der deutschlandweit größte Drogen-Onlineshop wurde nach monatelangen Ermittlungen abgeschaltet. Doch er ist nur einer von vielen Onlineshops, in denen illegal Drogen verkauft werden, und die erst oft nach langer Zeit oder gar nicht abgeschaltet werden. Warum ist das so?

Ein Grund ist, dass sich die genutzten Server oft im Ausland befinden. „Eine unmittelbare Anwendung deutschen Rechts ist dann nicht möglich, um die Seiten abschalten zu lassen – vielmehr muss dann auf formellem Weg im Rahmen von Rechtshilfe Abschaltung ersucht werden. Dieser Prozess ist sehr zeitaufwendig. Hinzu kommt, dass je nach Land das Anbieten bestimmter Substanzen teilweise nicht verboten ist, sodass solche Seiten dann auch nicht von dort aus abgeschaltet werden können“, sagt Barbara Hübner, BKA-Pressesprecherin, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Generalstaatsanwaltschaftssprecher zu Drogen-Onlineshops: „Nimmt man zwei Shops vom Markt, kommen drei nach.“

Alexander Badle, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, erklärt, dass der abgeschaltete Onlineshop immer wieder den Server gewechselt habe, überwiegend im Ausland. Er sagt dem RND weiter: „Bei der Menge an Aktivitäten muss man die Shops erstmal ausfindig machen. Es ist unrealistisch, dass es diese Art der Kriminalitätsform irgendwann nicht mehr geben wird: Nimmt man zwei Shops vom Markt, kommen drei nach.“ Alle Kriminalitätsformen verlagerten sich immer mehr in den virtuellen Bereich, sodass das Problem immer größer werde.

Den jetzt Festgenommen im Fall des deutschlandweit größten Drogen-Onlineshops drohen laut Badle Freiheitsstrafen zwischen ein und 15 Jahren, er spricht von „hohen Straferwartungen“. Auch wer in einem Drogen-Onlineshop etwas bestellt, macht sich strafbar. Hier komme es beim Strafmaß auf die Bestellung an, erklärt der Generalstaatsanwaltschaftsprecher – ob es sich um weiche oder harte Drogen handele sowie um die Menge und Wirkstoffgehalt. „Kauft man ein Kilo Kokain, erwarten einen wahrscheinlich mehrere Jahre Freiheitsstrafe, bei einer Bestellung von Hasch für ein paar Joints wird das Verfahren vermutlich eher eingestellt.“

Von RND/Hannah Scheiwe

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