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Panorama Weil der Auktionator nuschelte: Versteigerung des letzten Ur-Porsche abgebrochen
Nachrichten Panorama Weil der Auktionator nuschelte: Versteigerung des letzten Ur-Porsche abgebrochen
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16:00 19.08.2019
Der Porsche Typ 64, Baujahr 1939, im Porsche Museum in Stuttgart. Quelle: picture alliance / imageBROKER
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Es ging um den letzten Porsche Typ 64 - und die Auktion war hochkarätig besetzt. Doch dann endete die Versteigerung im voll besetzten kanadischen Auktionshaus RM Sotheby's, im Desaster.

Grund war eine Anzeige am Bildschirm, berichtet die US-Nachrichtenseite "Bloomberg". Als der Auktionator das Startgebot von 13 Millionen US-Dollar verkündete, zeigte dieser 30 Millionen US-Dollar an. Beim folgenden Gebot von 14 Millionen Dollar, erschien die Zahl 40 Millionen. Und bei 17 Millionen stand 70 Millionen auf der Anzeigetafel.

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Im Raum breitete sich schon zu Beginn der Auktion schnell Unruhe aus. Beim Gebot 17 Millionen schallten aus dem Saal dann die Buh-Rufe - und die Auktion wurde vorzeitig abgebrochen. Bei der Endsumme von 17 Millionen blieb es dann auch. Der Porsche wurde nicht versteigert und ist weiterhin zu haben.

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Extrem seltenes Auto

Eigentlich hatte die Auktion ganz gut angefangen: Der Saal war brechend voll, das Auto als "heiliger Gral" angekündigt. Der Porsche Typ 64 war das erste Auto mit dem Schriftzug "Porsche" auf der Frontpartie. Gebaut wurde er einst für das Propagandarennen "Berlin-Rom", das 1939 stattfinden sollte und nach dem Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen letztendlich abgesagt wurde.

Der Wagen basiert auf der Technik des VW Käfers - gebaut wurden lediglich drei Exemplare. Im Auktionssaal wurde deshalb ein Bietergefecht bis über 20 Millionen Dollar erwartet. Doch dann nahm das Chaos seinen Lauf.

"Undeutliche Aussprache"

Nach der Auktion hatten sich unzählige Autofans über den Fauxpas echauffiert. Einige vermuteten einen schlechten Scherz oder einen PR-Gag. Den Vorwurf wies das Auktionshaus jedoch zurück: „Vielmehr handelt es sich um ein unglückliches Missverständnis, dass durch die Aufregung im Raum verstärkt wurde“, hieß es in einer Stellungnahme.

Und was war jetzt der Grund für das Chaos? Das Auktionshaus hat dafür eine einfache Erklärung: Der Auktionator habe undeutlich geredet. Die Person, die den Bildschirm bediente, habe statt der Englischen "thirteen" schlichtweg "thiry" verstanden und dann immer so weitergemacht.

RND/msc