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Politik im Norden Stegner will SPD-Chef werden
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17:56 14.08.2019
Ralf Stegner (59) kandidiert für den Bundesvorsitz der SPD. Quelle: Frank Molter/dpa
Lübeck

Ralf Stegner will es jetzt doch wissen: Der 59-jährige Landtags-Fraktionschef und bisherige Bundes-Vize kandidiert als Bundesvorsitzender der SPD. Das berichtet „Der Spiegel“. Seine Tandem-Partnerin für die Abstimmung der Basis: Die 76-jährige Gesine Schwan, derzeit Chefin der SPD-Grundwertekommission, die 2004 und 2009 erfolglos zur Bundespräsidentenwahl antrat.

Kubicki: Wie am 1. April

Am 26. Oktober soll das Ergebnis feststehen. Vorher stellen sich alle Kandidaten auf 23 Regionalkonferenzen vor. Der schleswig-holsteinische FDP-Grande Wolfgang Kubicki ist von Stegners Kandidatur überrascht: „Wenn heute der 1. April wäre, hätte ich gedacht, es ist ein Aprilscherz.“ Wählerstimmen zu gewinnen, traut er seinem alten Erz-Rivalen aus Landtagszeiten nicht zu. Würde Stegner gewählt werden, kämpften Sozial- und Freidemokraten „bei der nächsten Bundestagswahl endgültig darum, welche Partei in der Wählergunst vorne liegt“. Chancen auf den SPD-Vorsitz habe Stegner aber ohnehin nur, wenn Schwan ihn mitziehe.

Günther: Das ist Sache der SPD

Bemerkenswert findet Kubicki, dass mit Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange, der Bundestagsabgeordneten Nina Scheer aus dem Lauenburgischen und Stegner jetzt schon drei Schleswig-Holsteiner für das Amt gehandelt werden. CDU-Ministerpräsident Daniel Günther will sich hingegen „vom Spielfeldrand“ nicht zu den Vorgängen äußern. Das sei Sache der SPD. Der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Hans-Jörn Arp, ist weniger zurückhaltend. „Für die CDU gibt es keinen besseren Kandidaten als Herrn Stegner“, sagt Arp. Er habe im Land als Spitzenkandidat noch keine Wahl gewonnen. Für die Bundes-CDU wäre es ein Geschenk, wenn jemand „mit dem Ausdruck eines Sauerampfers“ sich um den SPD-Bundesvorsitz bewerbe.

Hagedorn: Eine Bereicherung für die Vorstellungsrunde

Ganz anders sieht das die SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn. Stegner und Schwan wüssten sicher selber, dass sie am Ende nicht vorne liegen werden. Die Partei wolle Jüngere an der Spitze sehen. „Aber die beiden werden die Regionalkonferenzen unglaublich bereichern.“ Sie seien politische Schwergewichte, an denen sich die anderen Kandidaten bei den Vorstellungen messen lassen müssten. Stegner handle aus Pflichtgefühl der Partei gegenüber. Er ducke sich nicht weg wie andere aus der ersten Reihe. Die Chancen stünden damit auch gut, dass ihm die Partei das dankt und ihn auch bei einer Niederlage wieder zum Bundesvize wählt.

Serpil Midyatli, die Stegner im April als Landeschefin der Nord-SPD beerbte, will sich zu seiner Kandidatur als Bundeschef nicht äußern. Am Mittwochabend tagte in Kiel erst einmal der Landesvorstand. Man wolle es allen drei Kandidaten aus Schleswig-Holstein ermöglichen, sich der Abstimmung der Parteibasis zu stellen, sagt Midyatli.

Wen unterstützt der SPD-Landesverband?

Wer als SPD-Bundeschef antreten will, braucht laut SPD-Satzung die Unterstützung eines Landesverbandes oder von fünf Kreisverbänden. Möglicherweise wird der Landesverband Schleswig-Holstein jetzt das Duo Stegner/Schwan unterstützen, je fünf vorab ausgeguckte Kreisverbände die Duos Lange/Ahrens (Bürgermeister in Bautzen) und Scheer/Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der Bundestagsfraktion. Neben diesen Teams haben bereits die nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordnete Christina Kampmann und der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, ihre Kandidatur angekündigt.

Der Posten des SPD-Bundesvorsitzenden ist seit dem Rücktritt von Andrea Nahles von allem Ämtern vakant.

Mehr über Ralf Stegner lesen Sie hier.

Von Wolfram Hammer

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