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Politik im Norden SPD will Professur für Lübeck streichen
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18:59 11.12.2018
Eines der Argumente der Jamaika-Regierung für die Einrichtung der E-Government-Professur in Lübeck: Hier hat die Mach AG ihren Sitz. Sie ist einer der führenden Anbieter von Software für öffentliche Verwaltungen und will mit der Uni kooperieren. Quelle: 54° / Felix König
Lübeck/Kiel

Lübeck soll der bedeutendste E-Government-Forschungsstandort im Norden werden, mitsamt eigener Professur für die „digitale Verwaltung“ an der Uni. Im Landtag wollen CDU, Grüne und FDP am Mittwoch im Zuge der Haushaltsberatungen die erste Tranche von 250 000 Euro dafür bewilligen. 2019 wird das Geld fließen. Die oppositionelle SPD allerdings – könnte sie, wie sie wollte –, würde der Hansestadt das Projekt am liebsten wieder wegnehmen und die Professur den Kielern geben. „Denn da passt sie hin“, sagt ihr wissenschaftspolitischer Sprecher Heiner Dunckel. Nach Lübeck nicht. Die SPD beantragt daher, die 250 000 Euro für die Hansestadt ersatzlos zu streichen.

SPD: Eine Professur ist für die Wissenschaft da, nicht für die Wirtschaft

Dass das Projekt in Lübeck eng an die Wirtschaft angebunden ist, interessiert die Sozialdemokraten nicht, betont Dunckel, der selber Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie ist und an der Uni Flensburg lehrte. „Es geht bei einer Professur nur um Wissenschaft, also um Forschung, Lehre und Selbstverwaltung und um nichts anderes.“ Und: Government, also Verwaltung, habe nun mal in erster Linie mit Jura und Politik zu tun. Und die würden eben an der Uni in Kiel gelehrt und nicht in Lübeck. In Lübeck hätten die E-Government-Dozenten also gar nicht den für ihre Forschung notwendigen Austausch mit den Juristen und Politologen und auch nicht mit den Wirtschaftswissenschaftlern.

Die Landtags-SPD will keine E-Government-Professur in Lübeck, sagt deren Wissenschaftspolitiker Heiner Dunckel. Quelle: Lutz Roeßler

Das allerdings sieht man bei den Jamaika-Koalitionären und in der Staatskanzlei von CDU-Ministerpräsident Daniel Günther nach wie vor ganz anders. Es gehe bei der Professur in erster Linie darum, die Computer-Technik, die Verwaltungen moderner macht, zu entwickeln, heißt es dort. Es gehe etwa um verbesserte Verfahren, Haushalte elektronisch aufzustellen, um die Personalplanung oder die Automatisierung der Zahlung von Rechnungen. Und da habe in der Hansestadt mit der Mach AG einer der führenden Anbieter von Software für öffentliche Verwaltungen seinen Sitz.

CDU-Ministerpräsident Daniel Günther bleibt dabei: Die neue Professur soll nach Lübeck kommen und die Universität der Hansestadt auch in diesem Gebiet „zu einem Leuchtturm machen“. Quelle: Markus Scholz/dpa

Der Standort Lübeck sei daher mit Bedacht gewählt worden, heißt es. Es werde eine strategische Zusammenarbeit geben. Die Wirtschaft trage sogar einen erheblichen Teil der Anschub-Kosten von insgesamt 2,12 Millionen Euro. Das Land sei insgesamt nur mit 1,06 Millionen Euro dabei, die Uni Lübeck mit 150 000 Euro. „Die Professur wird die Universität der Hansestadt auch in diesem Gebiet zu einem Leuchtturm machen“, hatte Günther Anfang des Jahres bei der Vorstellung des Projekts erklärt.

Jamaika kontert: Die SPD will ausgerechnet bei der Digitalisierung sparen

Eine solch enge Zusammenarbeit von Verwaltung, Wissenschaft und Unternehmen sei in Deutschland einmalig, sagte damals auch Mach-Sprecher Lasse Zunker. Die Staatskanzlei will den neuen Professor oder die neue Professorin denn auch an der Fachhochschule Altenholz in die Ausbildung des Verwaltungsnachwuchses einbinden. Dass die SPD jetzt ausgerechnet im für die Zukunft des Landes so entscheidenden Feld der Digitalisierung die Sparkeule schwingen und die Uni Lübeck „rasieren“ wolle, empfinde man als sehr befremdlich, heißt es aus der Regierungszentrale. Man werde an den Plänen festhalten.

Wolfram Hammer

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