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Politik im Norden Top-Ergebnis für Grünen-Spitzenkandidatin Heinold
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18:05 28.01.2017
Monika Heinold, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die Landtagswahl, freut sich am 28.01.2017 beim Landesparteitag in Neumünster (Schleswig-Holstein) nach ihrer Wahl über das Ergebnis. Heinold erhielt 120 von 122 möglichen Stimmen. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Neumünster

Finanzministerin Monika Heinold führt die Grünen als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 7. Mai. Ein Landesparteitag wählte die 58-Jährige am Samstag in Neumünster ohne Gegenstimme auf Listenplatz eins. Dort steht sie zum dritten Mal in Folge. „Die Küstenkoalition ist ein Erfolgsmodell“, sagte Heinold über das Bündnis mit SPD und SSW. Sie erhielt 120 Stimmen bei nur zwei Enthaltungen.

Dem Land gehe es spürbar besser als vor fünf Jahren, sagte Heinold. Als Beispiele nannte sie die Finanzen, die Infrastruktur und die innere Sicherheit. „Händeringend sucht die Opposition nach Angriffsflächen.“ Ziel sei ein „starkes zweistelliges Ergebnis“. Der Opposition warf sie politische Kraftmeierei vor. „CDU und FDP versprechen das Blaue vom Himmel, träumen von Jamaika und verlieren sich im Gestern.“

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Laut Landeschef Arfst Wagner kämpfen die Grünen für eine Fortsetzung der Küstenkoalition. „Aber wir wollen unsere eigenständige Politik bewahren.“ Das Grünen-Programm sei „ökologisch, gerecht und weltoffen“. „Unsere Gesellschaft muss im Sinne unserer drei Grundsätze modernisiert werden.“

In einer Kampfabstimmung um Listenplatz zwei setzte sich der Landtagsabgeordnete Bernd Voß klar gegen Fraktionsvize Rasmus Andresen durch. Für den 62 Jahre alten Landwirt stimmten 87 Mitglieder, Andresen kam auf 37 Stimmen. Voß betonte in seiner Bewerbungsrede: „Ich weiß wie der Mist von Kühen riecht, aber mir stinken schlechte Gesetze.“ Er wolle sich weiter für eine Energie- und auch eine Agrarwende einsetzen. In den kommenden fünf Jahren gelte es, die eingeleitete Energiewende „unumkehrbar zu machen“.

Den 30-jährigen Andresen wählten die Grünen mit 87 Ja-Stimmen bei 24 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen auf Platz vier. Er warnte, „ein Einzug der AfD würde auch in Schleswig-Holstein unsere Demokratie vergiften“. Zwischen Voß und Andresen wählten die Grünen Fraktionschefin Eka von Kalben (106 Stimmen bei je 7 Nein- Stimmen und Enthaltungen). Sie will diesen Job nach der Wahl weitermachen.

Gerangel gab es um den für Frauen reservierten Listenplatz fünf. Die Sozialpolitikerin Marret Bohn setzte sich in einer Stichwahl (65 Stimmen) gegen Landtags-Vizepräsidentin Marlies Fritzen (52) durch. Um diesen Platz hatte sich vergeblich auch Landeschefin Ruth Kastner beworben. Sie landete hinter Bohn und Fritzen im ersten Wahlgang aber abgeschlagen auf dem dritten Platz und trat für keinen weiteren Platz an. „Ich werde als Landesvorsitzende mit Euch einen Volldampf-Wahlkampf machen“, sagte sie.

Der Justizpolitiker Burkhard Peters hatte bei seiner Wahl auf Listenplatz sieben keinen Gegenkandidaten. Er bekam 108 Stimmen (3 Nein, 2 Enthaltungen). Gleich fünf Grüne traten für den ebenfalls als sicher geltenden Platz sieben an. Das Rennen machte dort letztlich in einer Stichwahl Fritzen (76 Stimmen) gegen Landesvorstandsmitglied Aminata Touré (42).

Umweltminister Robert Habeck kandidiert nicht für den Landtag, will bei Fortsetzung der Koalition aber weiter Minister im Kabinett von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sein. Er war bei der Bundes-Urwahl seiner Partei nur knapp an Parteichef Cem Özdemir gescheitert. Die Basis empfing Habeck mit stehenden Ovationen. Am Sonntag will er zu den Delegierten sprechen. Landeschef Wagner sagte in seine Richtung: „Wer Dich als Minister behalten will, für den heißt das bei der Wahl Zweitstimme Grün.“

Derzeit sind die Grünen mit zehn Abgeordneten im Parlament vertreten. 2012 hatten sie bei der Landtagswahl 13,2 Prozent erhalten. In einer Umfrage lagen sie Ende 2016 bei 15 Prozent. Als aussichtsreich gelten die ersten zehn Listenplätze.

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