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Politik im Rest der Welt 1. Mai 2019: Was hat es mit dem Maifeiertag auf sich?
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10:21 21.06.2019
Am 1. Mai kommt es bundesweit zu Demonstrationen, wie hier 2018 in Hamburg. Quelle: Malte Christians/dpa
Hannover

1. Mai, Tag der Arbeit, Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse oder einfach nur Maifeiertag – der 1. Mai kennt viele Bezeichnungen. Als gesetzlicher Feiertag wird er unter anderem auch in Deutschland begangen. Was es mit dem Tag auf sich hat, erfahren Sie hier.

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1. Mai: Entstehung und Bedeutung

Die Ursprünge des 1. Mais gehen auf Arbeiterbewegungen im 19. Jahrhundert zurück. Gemeinhin gilt die Durchsetzung des 8-Stunden-Tags und der damit verbundene Generalstreik am 1. Mai 1886 in den USA als Auslöser.

Dass die Wahl dabei auf den 1. Mai fiel, war Zufall. In Nordamerika wurde an diesem Tag traditionell der „Moving Day“, also der Umzugs-Tag, begangen, an dem Wohnungs- und Arbeitsverträge abgeschlossen oder aufgehoben wurden.

Haymarket-Affäre

Trotz großer Teilnahme blieben die anfänglichen Erfolge bescheiden. Letztlich konnte der 8-Stunden-Tag nur für rund 20.000 Beschäftigte durchgesetzt werden. Zudem kam es in Chicago zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fabrikarbeitern und der Polizei.

Der als Haymarket-Affäre, auch Haymarket-Massaker, in die Geschichte eingegangene Arbeiteraufstand mit mehreren Dutzend Toten gilt als Ursprung des Arbeiterklassenbewusstseins in den USA.

Gedenktage mit neuen Streiks und Demonstrationen folgten. Schon bald strahlte die Symbolkraft des 1. Mais bis nach Europa, wo er von Gewerkschaften fortan als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ übernommen wurde.

Wechselhafte Geschichte in Deutschland

Nach Deutschland gelangte der 1. Mai über den Internationalen Arbeiterkongress vom 14. bis zum 21. Juli 1889, zu dem sich Sozialisten und Gewerkschaftsvertreter aus der ganzen Welt in Paris trafen. Wichtigste Errungenschaften waren neben der Gründung der Zweiten Sozialistischen Internationalen auch die Festlegung auf den 1. Mai als Tag internationaler Arbeiterkundgebungen.

Trotz Sanktionen beteiligten sich etwa 100.000 Menschen an Streiks und Demonstrationen in mehreren deutschen Großstädten. Als erste deutsche Partei beschloss die SPD auf dem Parteitag 1890 den 1. Mai als „Feiertag der Arbeiter“ festzulegen, allerdings rückte die Partei im Ersten Weltkrieg von ihrer unterstützenden Haltung ab.

Übernahme durch die Nationalsozialisten

Nach einer kurzzeitigen Wiedereinführung im Jahr 1919 wurde der 1. Mai 1933 von den Nationalsozialisten erstmals als gesetzlicher Feiertag bestimmt. Als „Tag der nationalen Arbeit“ und ab 1934 als „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“ diente er nunmehr den Propagandazwecken des Regimes.

Fortführung nach Kriegsende

Nach dem Zweiten Weltkrieg führten die Alliierten den 1. Mai als gesetzlichen Feiertag fort, allerdings waren Kundgebungen nur eingeschränkt erlaubt. In der DDR wurde der 1. Mai als „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“ fortgeführt, zur von der SED-Diktatur organisierten Festveranstaltung gehörten auch aufwendige Militärparaden.

1. Mai heute

Im wiedervereinten Deutschland gilt der 1. Mai in der gesamten Bundesrepublik als gesetzlicher Feiertag. Grundlage dafür bieten die jeweiligen Feiertagsgesetze der Länder. In vielen deutschen Städten finden Großveranstaltungen statt, an denen sich Gewerkschaften beteiligen – die ursprünglich sozialistische Ausrichtung der Maikundgebungen ist dabei über die Jahre in den Hintergrund gerückt.

Heute ist der 1. Mai vor allem ein Volksfest, an dem sich unterschiedliche Bevölkerungsschichten beteiligen. Als polarisierendes Element hat der Klassenkampf ausgedient – an seine Stelle sind Frieden und soziale Gerechtigkeit als Themenschwerpunkte in den Fokus gerückt.

Trotzdem sorgen gewaltsame Demonstrationen autonomer Gruppen immer wieder für Schlagzeilen am 1. Mai. Vor allem in Berlin und Hamburg kommt es häufig zu Ausschreitungen mit Hunderten Verletzten und Sachschäden in Millionenhöhe.

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1. Mai im Rest der Welt

In englischsprachigen Ländern heißt der Tag der Arbeit „Labour Day“, in den USA in der Schreibweise „Labor“. Meist ist er auch in diesen Ländern ein nationaler Feiertag, der auf dieselbe Ursprungsgeschichte zurückgeht.

Doch auch im Rest der Welt wird am 1. Mai der Arbeiter gedacht. Die Franzosen sprechen vom „Fête du Travail“ (Fest der Arbeit), in vielen spanischsprachigen Ländern wird der 1. Mai Día del Trabajo genannt.

Von pf/RND

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