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Politik im Rest der Welt Angriff im Golf von Oman – „Iraner sind weder dumm noch selbstmörderisch“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Angriff im Golf von Oman – „Iraner sind weder dumm noch selbstmörderisch“
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11:01 14.06.2019
Ein iranisches Marineboot spritzt Wasser, um ein Feuer auf einem Öltanker im Golf von Oman zu löschen. Quelle: Uncredited/Tasnim News Agency/AP
Berlin

Der mutmaßliche Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman erhöht die Spannungen zwischen dem Iran und den USA. Während Washington Teheran für die Attacken verantwortlich macht und das mit einem Video beweisen will, weist man dort alle Schuld von sich.

Der neuerliche Zwischenfall im Golf von Oman beschäftigt auch die internationale Presse. Wir haben einen Blick in die Kommentarspalten geworfen.

The Times“ (Großbritannien): Weitere Eskalation muss vermieden werden

„Die gute Nachricht ist, dass es Gespräche mit Hilfe von Vermittlern gibt, selbst wenn die USA und der Iran nicht direkt miteinander reden. (...) Auch Deutschland, die Schweiz und der Oman haben versucht, Kommunikationskanäle zwischen Teheran und Washington einzurichten. Zusammen mit anderen Unterzeichnern unterstützt Großbritannien weiterhin den – wenngleich fehlerhaften – Atomdeal mit dem Iran. Doch letztendlich kann diese Krise nur dadurch überwunden werden, dass die USA und der Iran eine Vereinbarung erreichen. Im Moment erscheint das sicherlich weiter entfernt denn je. Die unmittelbare Herausforderung besteht darin, eine weitere Eskalation zu vermeiden.“

Corriere della Sera“ (Italien): Explosive und mysteriöse Partie am Golf

„Seit gestern ist die geopolitische Partie am Persischen Golf noch explosiver und auch noch mysteriöser geworden. (...) (US-Präsident Donald) Trump scheint mit dem Iran das wiederholen zu wollen, was ihm mit Nordkorea bislang nicht gelungen ist: Ich stranguliere dich mit Sanktionen und du musst mit mir verhandeln. (...) In einem Gewirr von Interessen, das das Öl und damit die ganze Welt betrifft, wird die Wahrheit darüber, wer (den Angriff auf zwei Öltanker) provoziert hat, (...) gezwungenermaßen an die Oberfläche kommen müssen. Und so wird die am meisten gefürchtete Stunde kommen, die der Konsequenzen.“

„Nesawissimaja“ (Russland): Neue Runde im Informationskrieg

„Eine neue Runde im Informationskrieg dreht sich um die Nachricht von Angriffen auf zwei Tanker im Golf von Oman, die die Form einer auf Verschwörungstheorien basierenden actiongeladenen Geschichte annimmt. Die von den Nachrichtenagenturen verbreiteten Informationen über den Beschuss der Schiffe führten zu einem Anstieg der weltweiten Ölpreise. Der Iran wies sofort darauf hin, dass dieser Vorfall seltsamerweise mit dem Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Teheran zusammenfiel. (...) Es braucht jedoch keinen Propheten, um vorauszusagen, dass die US-Regierung weitere Anschuldigungen gegen den Iran wegen der Angriffe auf die Tanker erheben wird – ähnlich wie bei früheren Ereignissen.“

„Die Welt“: Iraner sind weder dumm noch selbstmörderisch

„Nein, die Iraner sind weder dumm noch selbstmörderisch. Sie glauben, dass US-Präsident Donald Trump ein Großmaul ist, der einen Krieg unbedingt vermeiden will. Und sie glauben, dass auch die Verbündeten der USA das wissen. Es handelt sich also um ein kalkuliertes Risiko und eine klare Botschaft an die Welt: Seht her, wir geben in der Region den Ton an. Arrangiert euch mit uns. Die Europäische Union sollte die Iraner als Sponsoren des Staatsterrorismus verurteilen, die Farce eines Atomdeals, der nur den Iranern nutzt, beenden und klarstellen, dass die Straße von Hormuz notfalls mit Gewalt offengehalten wird. Und damit dem Teheraner Regime zeigen, dass es sich dieses Mal verzockt hat. Das könnte Wunder wirken.“

Badische Zeitung: Angriffe heizen Kriegsgefahr an

„Die Angriffe könnten eine verzweifelte Warnung aus Teheran sein: Bis hierhin und nicht weiter! Aber käme die in Washington an? Der US-Präsident hat schon so viele Linien der Vernunft hinter sich gelassen, dass man ihm sogar zutraut, selbst einen Krieg am Golf zu provozieren. Zurückhaltung und der Verzicht auf voreilige Schlüsse sind da umso mehr das Gebot der Stunde.“

„Weser-Kurier“: Explosionen sind eine große Provokation

„Noch ist unklar, wer hinter den Explosionen in der Straße von Hormus steckt. Der US-Sicherheitsberater John Bolton hatte nach ähnlichen Vorfällen vor wenigen Wochen behauptet, der Iran habe den Persischen Golf mit Seeminen bestückt. Beweise dafür lieferte er nicht. Aber es passt zum sich stetig verschärfenden Ton zwischen den USA und dem Iran, zumal die jüngsten Attacken sich nur 14 Seemeilen von der iranischen Küste entfernt ereigneten. Allerdings bleibt die Frage offen, was der Iran von solch einem brandgefährlichen Angriff hätte. Die iranische Regierung hatte in der Vergangenheit bereits damit gedroht, die Straße zu sperren, sollte der Streit um das Atomprogramm eskalieren. Und genau darauf steuern US-Präsident Trump und die das Regime immer weiter zu. Eine tatsächliche Blockade hätte gravierende Folgen für die Welt, besonders aber für den Iran. Die Explosionen sind in jedem Fall eine große Provokation. Fragt sich nur, von wem.“

Von RND/dpa/das

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