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Politik im Rest der Welt Tausende demonstrieren gegen AfD-Parteitag
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17:46 30.06.2018
Demonstranten protestieren auf dem Augsburger Rathausplatz gegen den AfD-Parteitag Quelle: imago/kolbert-press
Augsburg

Mehrere tausend Menschen haben am Sonnabend in Augsburg gegen den Bundesparteitag der AfD protestiert. Laut Polizei waren rund 5000 Teilnehmer vor Ort. Die Demonstrationen und Kundgebungen seien weitestgehend friedlich verlaufen, sagte eine Polizeisprecherin.

Bereits am Morgen hatten sich rund 2000 Menschen in der Nähe der Augsburger Messe versammelt, wo die AfD am Wochenende mit etwa 500 Delegierten ihren Parteitag abhält. Von dort und vom Augsburger Gewerkschaftshaus aus gingen Demonstrationszüge in die Innenstadt. Die zentrale Kundgebung fand auf dem Rathausplatz statt. „Es ist ein sehr, sehr vielfältiger und bunter Protest“, sagte Organisator Matthias Lorentzen. „Wir haben unser Ziel erreicht: Augsburg hat Gesicht gezeigt und klar gemacht, dass Hass und Hetze in der Stadt nicht willkommen sind.“

Die Augsburger Bundestagsabgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) sagte Augsburg sei eine Stadt, „in der Mulitikulti selbstverständlicher Alltag ist“. Menschen aus rund 160 Nationen lebten hier. Augsburg zeige damit, „dass die offene Gesellschaft längst Wirklichkeit ist“.

Der Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert zeigte sich besorgt über „einen Rechtsruck in der europäischen Gesellschaft“. Es mache ihm jedoch auch Mut zu sehen, „wie viele es sind, die mittlerweile dagegen aufstehen“, sagte er. Dies allerdings nur an einem Tag im Jahr zu tun, reiche nicht aus: Man müsse sich immer wieder für die Gemeinschaft stark machen.

Proteste gegen Bürgermeister Gribl

Zu einem Zwischenfall kam es bei der Rede des Augsburger Oberbürgermeisters Kurt Gribl. Der stellvertretende bayerische CSU-Vorsitzende wurde ausgebuht, Gegenstände flogen in seine Richtung. Die Polizei sprach von einem „Wurfgeschoss“, die Veranstalter von Eiern und Tomaten. Verletzt wurde niemand.

Zuvor hatten die Kirchen in Augsburg bei einer ökumenischen Andacht ein friedliches Miteinander angemahnt. Mit „Frieden“ sei dabei jedoch „nicht Friedhofsruhe“ gemeint, sagte die Augsburger evangelische Stadtdekanin Susanne Kasch. Das Friedensgebet war Teil zahlreicher Aktionen, die das Bündnis für Menschenwürde organisiert hatte.

Die Polizei war mit rund 2000 Beamten im Stadtgebiet präsent und musste nur vereinzelt eingreifen.

Von RND/epd/dpa

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