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Politik im Rest der Welt Aus Respekt vor der Kultur
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21:21 28.04.2018
Von Karla Paul

Ist der Literaturnobelpreis der neue „Echo“? Seit 1901 wird der renommierte schwedische Preis jährlich an internationale Literaten verliehen. Erst siebenmal (zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs) wurde die Preisverleihung ausgesetzt. Neben weltweiter Aufmerksamkeit erhält der Preisträger neun Millionen schwedische Kronen, fast 900000 Euro – die durch sofortigen Bestsellerstatus folgenden Buchverkäufe kommen dazu. Das ist der Unterschied: Anders als der deutsche Musikpreis „Echo“ wird der Nobelpreis von einer Fachjury vergeben, für Leistung, und nicht für Verkaufszahlen. Das macht einen Teil seines hohen Ansehens aus.

Und doch sieht sich auch das Stockholmer Gremium mit massiven Vorwürfen konfrontiert. Es geht um sexuelle Belästigung sowie Korruption in mehreren Fällen, das ist moralisch wie geschäftlich untragbar für den wichtigsten Preis der Buchbranche. 18 Mitglieder der verantwortlichen Akademie sind bereits zurückgetreten, weitere Personalentscheidungen müssen folgen.

Weltweit stand der Literaturnobelpreis für den besonderen Einsatz im Kulturbereich, für politische Aufklärung und Haltung, für die Übernahme von Verantwortung. Der Skandal ruiniert über ein Jahrhundert Arbeit für literarische Anerkennung. Eine offizielle Entschuldigung, das Aussetzen der diesjährigen Verleihung bis zur Klärung aller Ungereimtheiten und dann ein Neubeginn sind das Mindestmaß, um das Ansehen für die Kultur zu retten. Und vor allem den Betroffenen, Autoren und Lesern weltweit Respekt zurückzugeben.

Karla Paul ist Buchbloggerin und Literaturkritikerin

LN

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