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Politik im Rest der Welt Ausländische Fachärzte dürfen Liu Xiaobo behandeln
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11:44 05.07.2017
Der schwer krebskranke, chinesische Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo (l) wird von seiner Frau Liu Xia im Krankenhaus in Shenyang betreut. Quelle: dpa
Peking

Zur Behandlung des an Leberkrebs erkrankten chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo hat Peking nach eigenen Angaben Fachärzte aus den USA und Deutschland eingeladen. Lius Familie habe um ausländische Experten gebeten, und die Ärzte hätten sich einverstanden erklärt, teilte das Justizamt der im Nordosten gelegenen Stadt Shenyang am Mittwoch mit. Bei dem bekanntesten politischen Gefangenen Chinas war Ende Mai Leberkrebs im Spätstadium diagnostiziert worden.

Neben Fachärzten aus Deutschland und den USA seien auch Experten aus anderen Ländern eingeladen worden, hieß es in der Mitteilung, ohne dass jedoch weitere Namen genannt wurden. Vertreter aus den USA und Deutschland reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme.

Freunde des Schriftstellers kritisierten, Liu, seine Frau und andere Familienmitglieder dürften nicht frei mit Bekannten sprechen. Nachrichten würden strikt von den Behörden kontrolliert und sie würden unter Druck gesetzt, nicht mit anderen zu sprechen. „Ausländische Experten im Ärzteteam sind kein Ersatz für (...) die freie Wahl, wie und wo er sich behandeln lassen will“, beklagte Wen Kejian am Mittwoch. Der Gelehrte sagte, er habe gemeinsam mit einem anderen Freund Lius versucht, diesen im Krankenhaus in Shenyang zu besuchen. Doch Krankenschwestern auf diversen Stationen hätten erklärt, ihnen sei kein Patient namens Liu Xiaobo bekannt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bekräftigte am Mittwoch, Liu und seiner Frau Liu Xia solle die Ausreise erlaubt werden. „Es ist nicht zu spät für die Behörden, diese grausame Farce zu beenden“, erklärte die Gruppe in einer E-Mail. Die Einladung ausländischer Spezialisten scheine zum Teil ein Versuch zu sein, die internationale Kritik einzudämmen.

Von RND/ap/dpa

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