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Politik im Rest der Welt Maas: „Europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen“
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Maas: „Europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen“
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20:33 06.03.2019
Bundesaußenminister Heiko Maas. Quelle: www.imago-images.de
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Berlin

Die Lage in Venezuela spitzt sich weiter zu: Nun hat die Regierung unter Nicolas Maduro den deutschen Botschafter Daniel Kriener als unerwünschte Person erklärt. Der Grund: Er hat Interimspräsident Juan Guaidó am Flughafen empfangen.

Das Auswärtige Amt veröffentlicht daraufhin auf Twitter eine Stellungnahme von Außenminister Heiko Maas. Er habe entschieden, den Botschafter zu Konsultationen nach Hause zu holen.

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Auch wenn die Ausweisung eine „unverständliche Entscheidung“ sei, versichert Maas demnach: „Unsere, die europäische Unterstützung für Juan Guaidó ist ungebrochen.“

Guaidó stellt sich hinter den deutschen Botschafter

Auch Venezuelas selbsternannter Interimspräsident Juan Guaidó hat dem zur unerwünschten Person erklärten deutschen Botschafter seine Unterstützung zugesagt. Daniel Kriener habe seine volle Anerkennung, schrieb Guaidó am Mittwoch auf Twitter. Die verbalen Drohungen gegen den Diplomaten hätten keinerlei Substanz. „Wir wissen, wer hier der einzige Unerwünschte ist“, schrieb Guaidó.

Lambsdorff macht „Furcht vor Kontrollverlust“ verantwortlich

FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hat die Ausweisung des deutschen Botschafters aus Venezuela, Daniel Kriener, scharf kritisiert.

„Die Begründung ist an den Haaren herbeigezogen. Ich kenne Herrn Kriener als professionellen und erfahrenen Diplomaten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Handlungen begangen hat, die mit seinem Status als Botschafter unvereinbar sind“, sagte Lambsdorff dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Laut Lambsdorff ist das Vorgehen der venezolanischen Regierung unter Präsident Nicolás Maduro innenpolitisch motiviert. „In der Regierung Maduro greift die Furcht vor Kontrollverlust um sich, wenn sie zu derartig abwegigen Maßnahmen greift“, sagte der FDP-Politiker dem RND.

Lambsdorff äußerte die Befürchtung, die Regierung Maduro könne in den nächsten Stunden und Tagen weitere EU-Diplomaten zu unerwünschten Personen erklären.

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Von Jörg Köpke/RND/lf