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Politik im Rest der Welt Bericht: Viele Kantinen der Bundesbehörden ohne veganes Essen
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Bericht: Viele Kantinen der Bundesbehörden ohne veganes Essen
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16:04 09.10.2019
Essen in einer Kantine (Symbolbild). Quelle: Patrick Seeger/dpa

Die 144 Kantinen, die es in Bundesbehörden gibt, sind in Fragen der Nachhaltigkeit und Auswahl offenbar keine Vorreiter. Das berichtet jetzt der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Laut dem Bericht müssen sich die Betreiber der Großküchen an keinerlei verpflichtende Vorgaben halten. So wird etwa nicht darauf geachtet, ob die Produkte aus der Region kommen oder aus biologischer Herstellung sind. Das gilt insbesondere für Fleisch, das neben Fisch in durchschnittlich zwei von drei Gerichten enthalten ist. Allein im vergangenen Jahr verarbeiteten die vom Bund genutzten Kantinen mindestens 406 Tonnen Fleisch und mehr als 60 Tonnen Fisch.

Vegetarische Gerichte im Bundesfamilienministerium

Ändern will die Bundesregierung an dieser Praxis jedoch demnach vorerst nichts. So sei derzeit nicht geplant, das staatliche Tierwohlkennzeichen in die Beschaffungsrichtlinien aufzunehmen, heißt es laut der Zeitung in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Zu wünschen übrig lässt aber offenbar auch die Auswahl in den Kantinen des Bundes. Fakt ist, dass sieben von zehn Großküchen nie ein veganes Gericht anbieten. Im Bundesfamilienministerium gebe es immerhin vegetarische Gerichte – mal täglich, mal wöchentlich. In einigen Bundeswehrkasernen dagegen gilt eine Fleischbeilage fast immer als gesetzt.

Die Opposition sieht in dieser Praxis ein Glaubwürdigkeitsproblem für die Bundesregierung. Dem „Tagesspiegel“ sagte Renate Künast, ernährungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion: „Die Beteuerungen der Bundesregierung zu mehr Nachhaltigkeit fallen mit Blick auf die bundeseigene Beschaffung zusammen wie ein zu früh aus dem Ofen geholter Windbeutel.“ Künast fordert, dass der Bund bei der Gemeinschaftsverpflegung alle Einkaufslisten in Bewegung setzten müsse, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

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