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Politik im Rest der Welt Gerold Otten: Nun soll es ein Ex-Kampfpilot für die AfD richten
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10:56 11.04.2019
Gerold Otten (AfD) will sich am Donnerstag zum Vizepräsidenten des Bundestags wählen lassen. Seine Parteikollegin Mariana Harder-Kühnel war vergangene Woche im dritten Wahlgang gescheitert. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
Berlin

Nun also Gerold Otten. Nachdem bereits zwei Kandidaten mit ihrer Bewerbung für den Posten des Bundestagsvize-Präsidenten gescheitert sind, versucht es die AfD jetzt mit ihrem Verteidigungsexperten. Wer ist der Mann, der sich am Donnerstag dem ersten Wahlgang stellen will?

Der 62-Jährige aus Putzbrunn bei München ist bereits 2013 der AfD beigetreten, seit 2017 sitzt er im Bundestag. Der Vater eines Kindes hat eine 22-jährige Laufbahn bei der Bundeswehr hinter sich. Auf den Kampfflugzeugen Phantom und Tornado absolvierte er mehr als 2000 Flugstunden. Später arbeitete der Oberst der Reserve für den Rüstungskonzern MBB.

Und politisch? Sozialisiert wurde Otten in einem sozialdemokratischen Elternhaus. Dieses steht in einem kleinen Dorf nahe Bremen: Sein Vater war 25 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Lübberstedt und stark gewerkschaftlich engagiert. Als „politisches Schlüsselerlebnis“ bezeichnete der studierte Elektrotechniker in einem Interview die Lektüre eines offiziell noch immer sozialdemokratischen Autors: Thilo Sarrazin. Besonders begeistert hat Otten dessen erstes Buch „Deutschland schafft sich ab“. „Es hat gezeigt, dass es in diesem Land unter der Decke schon vieles brodelt“, erklärte er seine Faszination. Als politisches Vorbild nannte Otten einmal Otto von Bismarck.

Beim „Trauermarsch“ in der ersten Reihe

Im Bundestag bearbeitet der AfD-Politiker schwerpunktmäßig die Themen Sicherheitspolitik, Terrorismusbekämpfung und Grenzschutz. Er spricht sich für den Einsatz der Bundeswehr im Inneren aus, lehnt aber Waffenlieferungen an Länder wie Saudi-Arabien ab.

Für die größte Aufmerksamkeit sorgte Otten bisher aber nicht durch seine Arbeit im Parlament, sondern durch einen Auftritt in Chemnitz. Dort marschierte er im September 2018 bei einem von der AfD initiierten „Trauermarsch“ in der ersten Reihe mit. Anlass war die Ermordung eines 35-Jährigen, mutmaßlich durch einen Asylbewerber. Pikant: Bei der Veranstaltung waren nicht nur „Pediga“ und „Legida“ dabei, sondern auch der harte Kern der rechtsextremen Szene: Kameradschaften, Neonazis, Hooligans. Otten erklärte später lapidar, man könne eben nicht verhindern, dass sich „solche Leute“ dem Marsch anschlössen. Auch heute noch lässt sich der Bundestagsabgeordnete bei Wahlkampfveranstaltungen der AfD in Sachsen blicken.

Otten zeigte sich zuversichtlich, letztlich gewählt zu werden. Dass einige AfDler Mariana Harder-Kühnel (AfD) vorige Woche kurz vor der entscheidenden Abstimmung ihre Unterstützung entzogen hatten, hatte Otten öffentlich gebrandmarkt: „Unglaublich! Interessant auch der Zeitpunkt, so kurz vor dem Wahlgang. CDU, CSU, FDP, SPD, Grüne und Linke werden ihre Ablehnung nun damit begründen!“

Von Christian Burmeister/RND

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