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Politik im Rest der Welt Callcenter: Jeder Zweite arbeitet für Niedriglohn
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08:15 19.05.2019
Aktuell sind in Deutschland mehr als 130000 Menschen in Callcentern beschäftigt. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Berlin

Mehr als jeder zweite Beschäftigte in der Callcenter-Branche arbeitet zu Niedriglöhnen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums eine Frage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Demnach bekamen Mitte vergangenen Jahres 53,5 Prozent der Arbeitnehmer mit Vollzeitjob in Callcentern weniger als 2139 Euro brutto im Monat. Sie lagen damit unterhalb der Niedriglohn-Schwelle von zwei Dritteln des mittleren Entgelts. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Callcenter-Beschäftigten gestiegen – von 90 456 Mitte 2010 auf 134 249 Ende Juni vergangenen Jahres.

Lohndumping führt zu verstärkten Auslagerungen von Jobs

Linken-Sozialexpertin Zimmermann sagte dem RND, während die Callcenter-Branche wachse, speise sie ihre Beschäftigten mit Niedriglöhnen ab. „Sie verdienen in der Regel deutlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in unternehmenseigenen Inhouse-Callcentern. Infolge dieses Lohndumpings zahlt es sich für viele Unternehmen aus, ihren Kundenservice auszulagern“, so die Bundestagsabgeordnete. „Das A und O für gute Löhne sind Tarifverträge.“

Zimmermann verwies auf Gewerkschaftsangaben, wonach es kaum tarifgebundene Callcenter-Unternehmen gebe und sprach sich für Regelungen aus, um Tarifverträge künftig leichter für allgemeinverbindlich erklären lassen zu können. Außerdem müsse der gesetzliche Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde angehoben werden.

Von Rasmus Buchsteiner/RND