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Politik im Rest der Welt Chemnitz erwartet zahlreiche Hooligans zu Trauerfeier von Neonazi Thomas Haller
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13:31 16.03.2019
Die Trauer um Thomas H. im Stadion des Chemnitzer FC hat einen Eklat ausgelöst. Quelle: Harry Härtel/dpa-Zentralbild/dpa
Chemnitz

Noch ist das Ausmaß des rechten Aufmarsches nicht erkennbar: Aber verschiedene Bündnisse aus der Neonazi- und Hooligan-Szene haben dazu aufgerufen, der Beisetzung von Thomas Haller am Montag in Chemnitz beizuwohnen. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, wie ein Sprecher lvz.de bestätigt. Dabei werden voraussichtlich auch mehrere Wasserwerfer eingeplant.

Thomas Haller galt als zentrale Figur der örtlichen rechten bis rechtsextremen Szene. Er soll Anfang der 1990er das Bündnis „HooNaRa“ gegründet haben – kurz für Hooligans-Nazis-Rassisten, das 2007 offiziell aufgelöst wurde.

Trauer im Stadion des Chemnitzer FC

Danach zog er sich weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Doch wie gut er noch vernetzt war, zeigten die Ereignisse nach seinem Tod: Vor einem Spiel des Chemnitzer FC am 9. März, zu deren aktiven Fanszene auch Thomas Haller gehörte, wurden Banner entfaltet, das Bild des Verstorbenen auf der Leinwand gezeigt und eine Schweigeminute abgehalten.

Der CFC versucht im Nachhinein, einen neuen Umgang mit der Stellung der Hooligans in der eigenen Fanszene zu finden. Doch auch in anderen Stadien wurde Thomas Haller gedacht. So wurden Banner in den nahen Städten Zwickau und Cottbus gesehen, aber laut Medienberichten auch in Zürich und Prag.

Prozess um Tod von Daniel H. beginnt

Ebenfalls am Montag soll der Prozess um den Tod des Chemnitzers Daniel H. beginnen. Der 35-Jährige starb im vergangenen August an mehreren Stichwunden nach einem Streit. Dieser Vorfall hat in Chemnitz in den Wochen danach für einen Ausnahmezustand gesorgt: Mehrere Demonstrationen, an denen auch Größen der rechten Szene teilnahmen, zogen durch die Stadt. Zeitgleich kam es vermehrt zu Übergriffen auf Menschen mit einem sichtbaren Migrationshintergrund.

Dass nun beide Ereignisse, die Beisetzung von Thomas Haller und der Prozessbeginn, zusammenfallen, birgt eine gewisse Sprengkraft. Die sächsische Polizei wird am Montag zeigen können, ob sie dieses Mal besser auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet ist.

Weiterlesen:
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Von thiko/RND

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