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Politik im Rest der Welt China droht Hongkong: „Die Wahnsinnigen werden einen Preis zahlen“
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11:12 05.08.2019
Demonstranten im Tamar Park, in der Nähe der Gebäude der Zentralregierung, halten Regenschirme und Plakate mit Slogans wie „Anti-Auslieferungsgesetz“ und „Streik". Quelle: Vincent Thian/AP/dpa
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Hongkong

Demokratiebefürworter haben bei einem Generalstreik in Hongkong Metros vom Fahren abgehalten und mehr als 100 Flugausfälle verursacht. Regierungschefin Carrie Lam lehnte einen Rücktritt am Montag erneut ab.

Protestteilnehmer blockierten die Türen von Zügen sowie Bahnsteige und verhinderten dadurch, dass U-Bahnen und Pendlerzüge Bahnhöfe verlassen konnten. Flughafenbedienstete meldeten sich in großer Zahl krank und beteiligten sich offenbar an dem Generalstreik, wie Hongkonger Medien berichteten. Die Demonstranten kämpfen unter anderem gegen ein Gesetz, das eine Auslieferung nach China möglich machen soll.

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Die Proteste halten seit Wochen an

Die jüngsten Proteste hätten die Stadt an den „Rand einer sehr gefährlichen Situation“ gerückt, sagte Lam bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Morgen. Sie warnte, die Regierung werde resolut die öffentliche Ordnung sicherstellen. „Ich denke nicht, dass zu diesem Zeitpunkt ein Rücktritt von mir oder einigen meiner Kollegen zu einer besseren Lösung führen würde“, sagte die müde wirkende Lam.

In den vergangenen Wochen hatte es viele Demonstrationen gegeben, die häufig in gewalttätigenden Auseinandersetzungen endeten. Die Polizei setzte oft Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten ein.

Am Montag blockierten maskierte Demonstranten an mehreren Metro-Bahnhöfen Zugeinfahrten. Pendler steckten auf gerammelt vollen Bahnsteigen fest. Manche mussten medizinisch behandelt werden. Von den Flugausfällen waren insbesondere Cathay Pacific und andere örtliche Fluggesellschaften betroffen, wie der Sender RTHK berichtete. Auch die Expresszugverbindung zum Flughafen war ausgesetzt.

„Wir warnen die Wahnsinnigen und Rowdys“

Demonstranten füllten öffentliche Parks und Plätze in mehreren Bezirken, um sich am Generalstreik zu beteiligen. Im Geschäftsviertel saßen sie schwarz gekleidet mit aufgespannten Regenschirmen im Schatten von Bürogebäuden. Auf Plakaten wurden Polizisten als „Gangster“ verurteilt. In mindestens einem Bezirk setzte die Polizei Tränengas gegen die Protestierenden ein.

Im chinesischen Staatsfernsehsender CCTV verlas ein Moderator der Mittagsnachrichten einen scharf formulierten Kommentar mit dem Titel „Das Chaos in Hongkong darf nicht weitergehen“. Darin hieß es: „Wir warnen diese Wahnsinnigen und Rowdys, die beabsichtigen, Hongkong weiter ins Chaos zu stürzen, dass Sie einen Preis für Ihre brutale Rache zahlen müssen.“

Von RND/ap