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Politik im Rest der Welt Wirbel um FDP-Posting für Trisomie-Tests
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10:39 02.04.2019
Der Screenshot zeigt den Twitter-Post der FDP-Bundestagsfraktion zu ihrer Forderung eines Trisomie-Tests, der von der Kasse übernommen wird. Der Screenshot zeigt den Twitter-Post der FDP-Bundestagsfraktion zu ihrer Forderung eines Trisomie-Tests, der von der Kasse übernommen wird. Quelle: Screenshot FDP-Fraktion/Twitter/fdpbt
Berlin

Eine Kampagne der FDP-Bundestagsfraktion zu Tests auf Trisomie21 hat für Wirbel gesorgt. Es zeigt ein Kind mit der umgangsprachlich als Down-Syndrom bekannten Genommutation. Dazu steht geschrieben: #Trisomie21-Tests müssen allen Frauen zur Verfügung stehen. Wir fordern, dass die Tests zur Kassenleistung werden. Jede Schwangere muss selbst und diskriminierungsfrei darüber entscheiden können, ob und welche Untersuchungen sie durchführen lässt und wie sie mit dem Ergebnis umgeht.“ Darunter steht die Forderung: „Trisomie-21-Test muss Kassenleistung werden.“

Als einer der Ersten kritisierte der WELT-Journalist Robin Alexander die Kampagne auf Twitter. „Mit Verlaub, diese Montage ist eine Gemeinheit gegenüber dem Jungen und seinen Eltern und allen Menschen mit Down Syndrom und ihren Freunden“, schrieb er. Die FDP antwortete, das Posting sei entfernt worden. Das Feedback zeigt, dass es falsch verstanden werden konnte.

Die Empörung stoppt dennoch nicht. Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, twitterte: „Ich kann gar nicht glauben, dass dieser FDP-Post echt sein soll.“ Mit diesem Kind im Bild zu verdeutlichen, bei einem Trisomie-21-Test wäre es vielleicht nicht auf der Welt, wenn der Test Kassenleistung wäre – deshalb sei die FDP für die „diskriminierungsfreie“ Kassenleistung.

Die Fraktion entschuldigte sich daraufhin: „Liebe @JuliaKloeckner: Wir haben das Posting entfernt. Für uns ist die Perspektive eines Kindes mit Trisomie 21 nichts Negatives. Diesen missverständlichen Eindruck konnte man aber offenbar gewinnen - daher die Löschung und Entschuldigung!“

Debatte im Bundestag über Kassenleistung

Für die Tests wird den Schwangeren ab der 11. Woche Blut abgenommen. Anhand der darin enthaltenen Chromosomenteile des Kindes oder der Plazenta kann unter anderem die Wahrscheinlichkeit berechnet werden, mit der das Kind mit Down-Syndrom auf die Welt kommen würde.

Mit einer Treffsicherheit von 99 Prozent gilt dieses statistische Verfahren als sicherer als das sogenannte Erst-Trimester-Screening mit einer Quote von 95 Prozent. Dabei wird der Fötus in der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche mit einem Ultraschallgerät vermessen, zusätzlich werden bestimmte Blutwerte der Mutter analysiert.

Nach Angaben der Praena-Test-Anbieter liegt die Falsch-Alarm-Rate bei 0,1 Prozent - das bedeutet, eine von 1000 Frauen bekommt mit dem Test fälschlicherweise die Information, ihr Kind habe Trisomie 21. Das Thema wird derzeit diskutiert, da in der kommenden Woche eine Orientierungsdebatte im Bundestag dazu geplant ist, ob der Test eine Kassenleistung werden soll.

Lesen Sie auch: Mein Sohn hat das Down-Syndrom – und bereichert unser Leben

Von RND/ngo

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