Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Ersten Trump-Herausforderern geht das Geld aus
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Ersten Trump-Herausforderern geht das Geld aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:40 03.11.2019
Wie ihm könnte es auch anderen demokratischen Präsidentschaftskandidaten gehen: Der ehemalige texanische Abgeordnete Beto O'Rourke hat kein Geld mehr und steigt aus. Quelle: Charlie Neibergall/AP/dpa
Washington

Er war ein Hoffnungsträger, ein Popstar, der „neue Kennedy“ – wie einige gar glaubten. „Oh Mann, ich wurde geboren, um dabei zu sein“, sagte er dem Magazin „Vanity Fair“ und posierte lässig für dessen Titelblatt. Das war im April. Als Beto O’Rourke an diesem Wochenende sein abruptes Ausscheiden aus dem Rennen ums Weiße Haus bekannt gab, war das der „New York Times“ nur noch einen Bericht auf Seite 20 wert: „Er hat eine Kampagne beendet, die seit Monaten brachlag.“

Es gibt eine Reihe von Gründen für das Scheitern des charismatischen 47-jährigen Demokraten, der mit dem Beinahesieg bei den Senatswahlen im konservativen Texas im vergangenen Jahr weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte: Seine Präsidentschaftsbewerbung kam nie richtig in Fahrt. Der Kandidat aus El Paso wechselte häufig die Themen, lieferte bei den Debatten der Demokraten schwache Vorstellungen und stand im Schatten des frischeren und zehn Jahre jüngeren Pete Buttigieg. Doch gescheitert ist O’Rourke letztlich, weil ihm schlicht das Geld ausging – ein Schicksal, das in den nächsten Monaten auch anderen demokratischen Präsidentschaftsbewerbern droht.

Mehr zum Thema

Pete Buttigieg – ein Kleinstadt-Bürgermeister will ins Weiße Haus

Millionenteure Schlacht mit Fernsehspots

„Wir müssen an dieser Stelle klar einsehen, dass wir nicht die Mittel hatten, um diese Kampagne erfolgreich zu verfolgen“, gestand O’Rourke seinen geschockten Anhängern. Amerikanische Wahlkämpfe verschlingen für deutsche Verhältnisse unvorstellbare Summen. Zwar hat das Rennen um das Weiße Haus noch gar nicht offiziell begonnen, doch bis zum Sommer des nächsten Jahres kämpft bei den Vorwahlen ein großes Feld von demokratischen Bewerbern untereinander darum, wer den Amtsinhaber Donald Trump im November 2020 herausfordern darf.

Vor allem die Bundesstaaten Iowa und New Hampshire, die am Anfang der parteiinternen Kandidatenkür stehen, werden mit Fernsehspots und Anzeigen überschüttet. Mehr als 300 Millionen Dollar haben alle demokratischen Anwärter zusammen dafür in den vergangenen Monaten eingesammelt und größtenteils schon ausgegeben.

O’Rourke hatte im März aufgrund seines positiven Images einen formidablen Start. In den ersten 24 Stunden seiner Kandidatur sammelte er 6,1 Millionen Dollar ein. In den Umfragen schoss er auf rund 10 Prozent der Stimmen. Doch dann stürzten Umfragewerte und Spendeneinnahmen dramatisch ab: Im gesamten zweiten und dritten Quartal zusammen konnte der Ex-Punk-Rocker kaum mehr Spenden mobilisieren als am ersten Tag. Am Ende hatte er gerade noch 3,3 Millionen Dollar in der Kriegskasse.

Sein gefühlter Hauptkonkurrent Pete Buttigieg hingegen hat sich ein Polster von 23,4 Millionen Dollar angespart. Er hatte in den ersten drei Quartalen insgesamt 51,5 Millionen Dollar eingenommen und damit fast so viel wie der linke Senator und „Spendenkönig“ Bernie Sanders, der auf 61,5 Millionen Dollar kam.

Auch Kamala Harris und Joe Biden haben Geldsorgen

Doch nicht nur O’Rourke ist klamm. Auch Ex-Vizepräsident Joe Biden, der in den Umfragen immer noch als Favorit gehandelt wird, und vor allem Kamala Harris haben Geldsorgen. Die kalifornische Senatorin hat im dritten Quartal mäßige 11,7 Millionen Dollar eingenommen, aber deutlich mehr ausgegeben, weshalb ihre Rücklagen auf 10,5 Millionen Dollar geschrumpft sind. Vor wenigen Tagen gab Harris bekannt, dass sie mehr als ein Dutzend ihrer Kampagnenmanager entlassen und drei von vier Wahlkampfbüros in New Hampshire schließen muss, was ihre Chancen in diesem Bundesstaat bei ohnehin fallenden Umfragewerten kaum verbessern dürfte.

Insgesamt sind nun noch 17 demokratische Bewerber im Rennen. Das Spitzenfeld in den Umfragen besteht aus Joe Biden, der Senatorin Elizabeth Warren und Bernie Sanders. Dann folgen Buttigieg und Harris. Der ehemalige Obama-Stellvertreter Biden spricht ein überwiegend älteres Publikum an und mobilisiert nur wenig Graswurzelspender. Mit nur noch neun Millionen Dollar Rücklagen ist seine Kriegskasse zuletzt bedrohlich geschrumpft. Deswegen ist Biden nun auf die Hilfe eines sogenannten Super-PAC angewiesen, eines Geldsammelvereins, der Spenden in unbegrenzter Höhe annehmen darf. Die linken Kandidaten Warren und Sanders betonen hingegen, dass sie ihre Kampagne ausschließlich mit Kleinspenden finanzieren, und werfen Biden vor, sich von Milliardären und Konzernen abhängig zu machen.

RND

Von Karl Doemens/RND

Markus Söder will weg von einer alleinigen Fixierung auf Rechtsaußen. Die Grünen seien der Hauptkonkurrent um Platz eins, so der CSU-Chef. Sie müssten stärker in den Fokus genommen werden.

03.11.2019

Im vergangenen Jahr sind Politiker und Behördenvertreter rund 1250 Mal Opfer politisch motivierter Straftaten geworden. Auch aktuell kursieren Todesdrohungen von Rechtsextremen. Diesmal trifft es Spitzenpolitiker der Grünen. Genauer: Claudia Roth und Cem Özdemir.

02.11.2019

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg muss unplanmäßig nach Europa zurückkehren. Von ihrem Pfad lässt sie sich deshalb aber nicht abbringen - und setzt damit auf symbolischer Ebene ein wichtiges Zeichen, kommentiert Christian Burmeister.

04.11.2019