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Politik im Rest der Welt Der Papst und sein „Werkzeug des Friedens“
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23:14 24.05.2017
Zwei mächtige Herren: Doch US-Präsident Donald Trump (r.) und Papst Franziskus sehen die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln. Quelle: Foto: Dpa
Rom

/Brüssel. Manchen seiner Kritiker, aber auch manchen seiner Berater dürfte etwas mulmig gewesen sein, als US-Präsident Donald Trump gestern im Rahmen seines ersten Europa-Besuchs als US-Staatsoberhaupt im Vatikan dessen Hausherrn, Papst Franziskus, in einer Privataudienz begegnete. Er hoffe auf einen aufrichtigen Austausch mit dem US-Präsidenten, ließ Franziskus wissen.„In unserem Gespräch werden sich die Dinge ergeben, und ich werde das sagen, was ich denke, er wird das sagen, was er denkt“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt. „Es gibt immer Türen, die nicht geschlossen sind.“

Zuvor hatte es reichlich diplomatisches Türenknallen zwischen den beiden gegeben. Der Papst hatte im Wahlkampf an der mexikanischen Grenze zu Texas in einer Messe Trumps Mauerpläne gegen Mexiko als „unchristlich“ gebrandmarkt, Trump die Papst-Äußerungen als „schändlich“ verurteilt.

Gestern traf nun der Mann, der über die kapitalistische Weltwirtschaftsordnung den Satz prägte „Diese Wirtschaft tötet“, den Mann, der Politik als großen Deal sieht und gerade in Saudi-Arabien und am Golf einen 100-Milliarden-Dollar-Waffendeal feierte.

30 Minuten unterhielt man sich – mit dabei in schwarzem Kleid mit Schleier Ehefrau Melania, Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner –, danach äußerte Papst Franziskus die Hoffnung, dass Trump ein „Werkzeug des Friedens“ sein werde. Der US-Präsident bezeichnete die von starken Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Stadtgebiet begleitete Audienz als „große Ehre“.

Die anfänglich sichtlich angespannte Stimmung schien sich im Verlauf der Privataudienz aufgehellt zu haben. Als Trump Franziskus im Anschluss an die Begegnung seine Begleitung vorstellte, lächelten und scherzten die Beteiligten. Franziskus machte Trump eine Medaille mit Olivenbäumen als Symbol für Frieden sowie seine Enzykliken über Familie, die Freude am Glauben und über Umweltschutz zum Geschenk. „Wir können Frieden brauchen“, kommentierte der US-Präsident die Auswahl. Er überreichte dem Papst seinerseits Bücher des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King. „Ich denke, sie werden Ihnen gefallen, das hoffe ich“, sagte Trump unter Anspielung auf die Bedeutung der Menschenrechte für den Papst.

Nach dem Kurzbesuch im Vatikan kletterte Trump wieder an Bord der Air Force One: In Brüssel steht heute der Nato-Gipfel auf dem Reiseplan, morgen kehrt er nach Italien zum G7-Gipfel auf Sizilien zurück. Diesmal könnte der Diplomatie-Novize Trump sogar Angela Merkel die Hand reichen.

mw

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