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Politik im Rest der Welt Der Pflege-TÜV kommt: Bis 2020 sollen alle Heime geprüft werden
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16:58 20.03.2019
Der neue Pflege-TÜV soll Heime auf Ernährung, Körperpflege und Wundversorgung untersuchen. Quelle: dpa / Christoph Schmidt
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Berlin

Zum Ende des Jahres soll er kommen: Der neue Pflege-TÜV. Schon im November soll mit einer Neubewertung begonnen werden, wie der Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Dabei sollen laut GKV Ernährung, Körperpflege und Wundversorgung sowie die Anstrengungen einer Einrichtung, die Mobilität ihrer Bewohner zu erhalten oder Druckgeschwüren vorzubeugen, mehr im Fokus stehen.

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Fixierungen, Erreichbarkeit, Probewohnen

Dazu gehört auch eine Überprüfung ob und wie oft die alten Menschen durch Bettgitter oder Gurte fixiert werden. Schlussendlich fließen dann auch Kriterien wie etwa die Erreichbarkeit, die Personalausstattung oder ob Interessenten probewohnen können, in die Bewertung hinein.

Damit steht die Pflege und Betreuung stärker im Fokus als bei den heutigen Pflegenoten. Diese stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie zu positiv ausfallen und den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen keine Orientierung über die tatsächliche Qualität einer Einrichtung geben.

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Bessere Orientierung?

Der Vorstand des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), Gernot Kiefer, zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Versicherte und ihre Angehörigen können sich nun in dem umfangreichen Leistungsangebot der vollstationären Pflegeeinrichtungen besser zurechtfinden.“ Die Ergebnisse werden auf den Seiten der Kranken- und Pflegekassen veröffentlicht. Die Einrichtungen müssen sie außerdem aushängen.

Die derzeitigen Pläne sind aber nicht unumstritten. So sagt Eugen Brysch, Vorstand der deutschen Stiftung Patientenschutz: „Die Menschen brauchen einen Pflege-TÜV, der leicht verständlich ist, die Praxis abbildet und eine schnelle Vergleichbarkeit ermöglicht. Hier muss der Qualitätsausschuss Pflege nacharbeiten.“

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Keine Gesamtnote und fehlende K.O.-Kriterien

Denn nach dem derzeitigen Konzept gäbe es keine aussagefähige Gesamtnote noch K.O.-Kriterien für die geprüften Heime. Demnach müsse ein Heim, dass in den Kriterien durchfällt, in aller Deutlichkeit „die Note 6 bekommen“, so Brych.

Von RND / epd