Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Opfer der „Colonia Dignidad“ sollen bis zu 10.000 Euro erhalten
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Opfer der „Colonia Dignidad“ sollen bis zu 10.000 Euro erhalten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:33 17.05.2019
Die Aufnahme aus den 1980er Jahren zeigt den Eingangsbereich der «Colonia Dignidad». Quelle: Ceibo Produccionest/dpa-File/dpa
Berlin

Opfer der früheren deutschen SektensiedlungColonia Dignidad“ in Chile sollen erstmals finanzielle Unterstützung bekommen. Bis zu 10.000 Euro pro Person seien vorgesehen, teilte Staatssekretär Niels Annen am Freitag in Berlin mit. Dabei seien rechtskräftig verurteilte Straftäter sowie Führungspersonen von den Hilfen ausgeschlossen.

Die „Colonia Dignidad“ war 1961 rund 350 Kilometer südlich von Santiago de Chile von deutschen Auswanderern aus Siegburg bei Bonn gegründet worden. In der Kolonie kam es unter dem 2010 gestorbenen Sektenführer Paul Schäfer jahrzehntelang zu Folter, Zwangsarbeit und Kindesmissbrauch.

Staatsanwalt sieht keinen hinreichenden Tatverdacht

Während der chilenischen Militärdiktatur wurden auf dem abgeschotteten Areal zudem Regimegegner gefoltert und ermordet. Nach dem Ende der Diktatur von Augusto Pinochet 1990 begann die chilenische Justiz, gegen die Siedlung vorzugehen.

Später benannte sich die Siedlung in „Villa Baviera“ um und sagte sich von Schäfer, der 2006 wegen Kindesmissbrauchs in Chile zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war, los.

Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass die Ermittlungen in Deutschland gegen Hartmut Hopp, einst Arzt der berüchtigten Sekte, eingestellt worden sind. Es habe sich trotz erheblichen Aufwands kein hinreichender Tatverdacht ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Krefeld mit.

Konkrete Hinweise auf Hopps Mitwirkung an Straftaten seien nicht festzustellen gewesen, erklärte Oberstaatsanwalt Axel Stahl. Eine Opferanwältin hat bereits Beschwerde gegen die Einstellung der Ermittlungen angekündigt.

Von RND/dpa/lf

Weil sie vor Gericht erneut die Aussage verweigert hat, bekommt die frühere Wikileaks-Informantin Chelsea Manning nun erneut die juristischen Folgen zu spüren: Sie muss abermals in Beugehaft.

17.05.2019

Seit die rechte PiS-Partei die umstrittene Justizreform durchgedrückt hat, stehen Polens Richter unter massivem Druck. Inzwischen treffen die Reformen auch die eigenen Bürger. Viele hoffen auf ein hartes Durchgreifen der EU.

17.05.2019

Die Klimapolitik ist derzeit in aller Munde. Dass der Klimawandel menschengemacht ist, das denken laut einer aktuellen Studie 86 Prozent der Deutschen. Unter den Bürgern, die diesbezüglich gar keinen Zusammenhang sehen, sind besonders Anhänger einer Partei.

17.05.2019