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Politik im Rest der Welt Deutschland investiert mehr in die Schiene – und bleibt trotzdem fast Schlusslicht
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16:29 17.06.2019
Investitionen in die Infrastruktur: Die Deutsche Bahn saniert die ICE-Strecke Hannover-Göttingen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Berlin

Die Investitionen in den deutschen Schienenverkehr wachsen, doch im europäischen Vergleich steht die Bundesrepublik schlecht da. Pro Kopf seien im vergangenen Jahr 77 Euro in die Schieneninfrastruktur investiert worden, wie das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene mitteilte. Seit 2014 seien die Investitionen jedes Jahr gestiegen – damals flossen 49 Euro pro Kopf in die Schiene.

„Wir erkennen das Bemühen der Bundesregierung und gerade des Bundesverkehrsministers an, die Schiene zu stärken. Mit Klein-Klein aber ist es nicht getan“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Zwar gehen die Pro-Kopf-Investitionen seit 2014 schrittweise nach oben. Doch mit diesem Tempo kann die Bundesrepublik gerade einmal die größten Schwachstellen ausbessern, aber nicht die Verkehrswende gestalten.“

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Im Vergleich belegt Deutschland den drittletzten Platz

Im europaweiten Vergleich liegt Deutschland trotz der gestiegenen Investitionen auf dem drittletzten Platz. Hinter der Bundesrepublik sind noch Frankreich mit 40 Euro pro Kopf und Spanien mit 29 Euro pro Kopf. An der Spitze liegen die Schweiz mit 365 Euro pro Kopf und Österreich mit 218 Euro pro Kopf. Beide Länder investieren damit mehr Geld in die Schienen- als in die Straßen-Infrastruktur. Allerdings treiben in den Alpenländern unter anderem Tunnelbauten die Baukosten in die Höhe.

Die Deutsche Bahn kämpft mit einem Investitionsrückstau. Es fehlt der Bahn nicht nur an Infrastruktur, sondern auch an Zügen und Personal. Vor allem das veraltete Schienennetz belastet den Konzern, der 2018 trotz Fahrgastrekords im Fernverkehr einen Gewinneinbruch verbuchen musste.

„Die Schiene bietet die effizienteste E-Mobilität“

„Die Diskussion um mangelnde Qualität im Bahnverkehr ist schlicht und ergreifend ein Infrastrukturproblem“, sagt Maria Leenen, Geschäftsführerin Unternehmensberatung SCI Verkehr, die mit der Allianz pro Schiene den Investitionsvergleich zwischen europäischen Ländern erstellt. „Die Schiene bietet die ökologisch und ökonomisch effizienteste E-Mobilität. Die Menschen haben das verstanden – sie wollen mehr die Schiene nutzen, werden aber ausgebremst.“

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Deutsche Bahn will in Infrastruktur, Mitarbeiter und Züge investieren

Bundesregierung und deutsche Bahn arbeiten an Verbesserungen beim Schienenverkehr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer formulierte das Ziel, die Zahl der Fahrgäste bei der Bahn bis 2030 verdoppeln zu wollen.

Um das zu schaffen, will die Deutsche Bahn in den nächsten Jahren investieren: In rund 100 000 neue Mitarbeiter und in einen Ausbau der Fernverkehr-Flotte von rund 460 Zügen auf bis zu 600. Die Kapazität in der Schieneninfrastruktur soll um 30 Prozent steigen. Mit der Strategie „Starke Schiene“ will der Konzern das lange vernachlässigte Kerngeschäft in Deutschland stärken: den Fern-, Regional- und Güterverkehr auf der Schiene. Das Strategiepapier will Bahnchef Richard Lutz an diesem Dienstag dem Aufsichtsrat vorstellen.

Die Ziele der Bundesregierung sieht Flege kritisch: „Wenn man die Wünsche der Regierung, wie etwa eine digitale Schiene, mit einrechnet, müssten 150 Euro pro Kopf investiert werden.“ Eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen sei nur zu erreichen, wenn die Investitionen weiter steigen.

Ein Bahnsprecher hält die Verdoppelung grundsätzlich für erreichbar: „Ein Schlüssel sind erhöhte Investitionen, damit die Kapazitätssteigerung in der Infrastruktur möglich ist. Dem trägt die Regierung im Haushalt auch Rechnung.“

Von Jördis Früchtenicht/RND

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