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Politik im Rest der Welt Die Allianz der Außenseiter
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07:11 24.04.2018
US-Präsident Donald Trump und Melania Trump (rechts) zusammen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Brigitte Macron Quelle: AP
Washington

Donald Trump gibt den perfekten Gastgeber für Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Erstmals in seiner Amtszeit empfängt der US-Präsident einen Besuch mit sämtlichen protokollarischen Ehren und sendet damit ein Signal in alle Welt: Die einst so enge Allianz zwischen Barack Obama und Angela Merkel wird durch ein Netzwerk zwischen Washington und Paris ersetzt.

In Macron findet Trump einen westlichen Kollegen, der zumindest eine gewisse Bereitschaft signalisiert, sich seinem Stil und seinen Vorlieben anzupassen. Anstatt ihm die Bedingungen zu diktieren, unter denen eine Zusammenarbeit möglich ist, breitete der Franzose von Beginn an seine Arme weit aus – inklusive Militärparaden und Militärschlägen. Ihre Gemeinsamkeiten sind nicht zu unterschätzen: Beide sind parteipolitische Außenseiter, beide stehen innenpolitisch gewaltig unter Druck, und beide besitzen eine Neigung zur großen Inszenierung der eigenen Macht.

Diplomatische Zurückhaltung

Merkel, die am Freitag ebenfalls in Washington zu Gast ist, könnte gegensätzlicher kaum sein. Sie betritt das Weiße Haus – im übertragenen Sinne – eher durch den Hintereingang. Der deutschen Regierungschefin ist es wichtiger, möglichst schnell nach ihrer Wiederwahl den Gesprächsfaden mit Trump weiterzuspinnen, als nach diplomatischen Besonderheiten Ausschau zu halten.

Ihre unaufgeregte, uneitle Art kommt dem Alltagsgeschäft zugute. Dass andere in diesen Tagen die große Bühne bespielen, mag sie insgeheim ärgern. Aber gerade in Zeiten turbulenter transatlantischer Beziehungen erkennt Merkel den Vorteil, dass zumindest der Partner in Paris einen engen Draht zur US-Regierung hat, zumal heikle Debatten anstehen: Weiterhin drohen Strafzölle auf Stahl und Aluminium, da die befristete Ausnahmegenehmigung für die Europäische Union am 1. Mai ausläuft.

Der Westen ist nach wie vor eigenständig

Auseinandersetzungen überschatten auch die Sicherheitspolitik, da sich am 12. Mai entscheidet, wie es mit dem Iran-Abkommen weitergeht. Gerade in diesen Fragen ziehen Merkel und Macron an einem Strang. Die unterschwellige Konkurrenz zwischen Berlin und Paris führt mit Blick auf Washington denn auch eher zu einem Spiel mit unterschiedlichen Rollen, aber gleichen Zielen.

Da trifft es sich gut, dass die harsche Antwort auf den völkerrechtswidrigen Giftgaseinsatz in Syrien das gemeinsame Wertefundament in Erinnerung rief. Die Attacke von Amerikanern, Briten und Franzosen gegen den syrischen Machthaber mag militärisch wenig ausgerichtet haben, hat aber symbolischen Wert: Der Westen ist trotz aller Auseinandersetzungen noch immer zu eigenständigen Aktionen in der Lage. Ähnlich lautet auch die Botschaft, die von den Besuchen in dieser Woche ausgeht: Die gemeinsame Basis bleibt tragfähig.

Von Stefan Koch

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