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Politik im Rest der Welt „Momente der Sprachlosigkeit“: Bundeswehrsoldat stirbt bei „Eurofighter“-Kollision
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt „Momente der Sprachlosigkeit“: Bundeswehrsoldat stirbt bei „Eurofighter“-Kollision
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23:13 24.06.2019
Ein brennendes Flugzeug des Typs "Eurofighter ist am Himmel über der Kleinstadt an der Mecklenburgischen Seenplatte zu sehen. Quelle: Thomas Steffan/dpa
Berlin

Zwei „Eurofighter“ der Bundeswehr sind in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt. Laut der Polizei konnten die beiden Piloten noch den Schleudersitz betätigen.

Einer von ihnen wurde lebend in einer Baumkrone gefunden. Er wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Der zweite Pilot überlebte das Unglück nicht. Der Soldat habe nur tot geborgen werden können, teilte die Luftwaffe auf Twitter mit.

In der Nähe der Absturzstelle entdeckten Rettungskräfte Leichenteile. Zunächst war aber offen, ob sie zu dem vermissten Piloten gehörten.

„Das sind Momente des Entsetzens, des Erstarrens, der Sprachlosigkeit“, sagt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wenige hundert Meter vom Ort des Absturzes mit tödlichen Folgen bei Nossentin entfernt. „Leider hat sich die Hoffnung für einen unserer Piloten nicht erfüllt.“ Am Tag der Trauer sei die Frage nach der Einsatzbereitschaft - möglichen Konsequenzen aus dem Absturz - zweitrangig.

Wie die Luftwaffe auf Twitter mitteilt, war ein dritter „Eurofighter“ des Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ an der „Air Combat Mission“ beteiligt, der die Kollision gemeldet hat.

Der Crash ereignete sich laut dem Radiobericht in der Nähe des Drewitzer Sees nahe Malchow an der Müritz. Der Absturz in Kombination mit der Hitze hatte Brände ausgelöst, die jedoch am Nachmittag wieder gelöscht wurden.

Wrackteile sollen außerdem auch in einem nahe gelegenen Wohngebiet gelandet sein, Verletzte soll es laut der Luftwaffe nicht geben. Beide Jets hatten keine Munition geladen – das bestätigt die Luftwaffe bei Twitter.

Alle Entwicklungen im Liveticker zum Nachlesen:

  • 25.06.19 18:22
    Wir schließen hiermit den Liveticker zum Eurofighter-Absturz und werden in den kommenden Tagen regelmäßig in Artikeln zum Thema berichten.
  • 25.06.19 18:20

    Die Suche nach den Wrackteilen der abgestürzten Eurofighter am Fleesensee dauert mindestens noch bis kommende Woche. Die Arbeit der Bundeswehr ist nicht ungefährlich, die Feuerwehr hilft mit Dekontaminierungseinheiten aus.
  • 25.06.19 18:20

    Bürgermeister an der Mecklenburgischen Seenplatte und auch Landrat Heiko Kärger (CDU) fordern von der Bundeswehr, auf Luftkampf-Übungen über MV zu verzichten. Das Unglück mit zwei Eurofightern habe gezeigt, wie gefährlich diese Simulationen seien.

  • 25.06.19 18:19
    Der Kommentar von Andreas Meyer zur berechtigten Angst vor Übungen über bewohntem Gebiet
  • 25.06.19 17:15
    (dpa) Nach der Kollision zweier Eurofighter-Kampfjets über der Ferienregion Mecklenburgische Seenplatte geht die Suche nach den Ursachen weiter.
    Beide Flugdatenschreiber der abgestürzten Eurofighter wurden am Dienstag gefunden und geborgen. Nun müssen die Daten ausgewertet werden.
  • 25.06.19 15:20
    Mitte der 1960er Jahre hatte eine hohe Absturzquote zu der „Starfighter-Krise“ geführt. Von 917 Starfightern stürzten bis zum Ende ihrer Dienstzeit bei der Bundeswehr im Oktober 1987 nach offiziellen Angaben 269 ab. Und mehr als 40 Tornados verunglückten - „jedes Jahr einer“, wie ein Pilot sagt. Heute seien die Eurofighter hingegen sicher, einen vergleichbaren Unfall habe es seit 2004 nicht gegeben.
  • 25.06.19 15:07
    Die Luftwaffe korrigiert sich auf Twitter: Die Bergung von einem der beiden Flugschreiber dauert noch an.
  • 25.06.19 14:56
    Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hält die Debatte um ein Verbot für Übungsflüge der Bundeswehr für Unsinn: „Für die Besatzungen das Gefährlichste wäre es, nicht zu üben“, sagte Bartels dem Berliner „Tagesspiegel“. Das Problem sei, von dem Unglück ganz unabhängig, dass es viel zu wenig Flugstunden gebe - „über alle Flugzeuggattungen hinweg“. Die Piloten müssten üben, üben, üben.
  • 25.06.19 14:39
    Beide Flugschreiber sind gefunden, teilt die Luftwaffe via Twitter mit.
  • 25.06.19 14:20
    Laut Aussagen des Inspekteurs der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, ist ein Flugdatenschreiber schon geborgen und die Bergung des zweiten Flugdatenschreiber stehe bevor. „Das wird dann wohl hoffentlich in den nächsten Stunden der Fall sein“, sagte er. Dann gelte es, die Vielzahl der Daten auszuwerten. „Das ist äußerst komplex. Da kann ich natürlich jetzt auch noch keine zeitliche Prognose geben“, sagte Gerhartz.
  • 25.06.19 14:10
    Der überlebende Pilot des Eurofighter-Unglücks werde schnell aus einer Universitätsklinik entlassen, verrät der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz. „Ich habe ihn gestern im Krankenhaus aufgesucht. Er hat lediglich ein paar Kratzer, und er wird auch heute aus dem Krankenhaus entlassen. Bei aller Tragik des Unfalls, dass wir einen toten Kameraden zu beklagen haben, bin ich natürlich froh darüber, dass der andere Pilot dementsprechend wohlauf ist.“
  • 25.06.19 14:01
    Die Luftwaffe will auch nach den Abstürzen an Übungen über besiedelten Landgebieten in Deutschland festhalten. Dies sei für die Einsatzbereitschaft der Besatzungen nötig, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz.

    „Den Flugbetrieb, um wirklich auch einsatzbereit zu sein, verlagern wir zum großen Anteil mittlerweile in den Simulator und auch ins Ausland“, sagte der Generalleutnant und nannte die USA und das europäische Ausland. „Wir fliegen viele unserer Flüge über See, aber wir müssen auch einen gewissen Anteil über Land fliegen. Das sind wir alleine schon unserem Auftrag der Landesverteidigung schuldig.“

    Auch der Simulator könne dies nicht ersetzen. „Es ist noch mal was anderes, in dem Flugzeug zu sitzen. Die Geschwindigkeit ist anders zu spüren in einem Realflugzeug - das kann sich jeder vorstellen -, als es jetzt im Simulator ist.“ Gerhartz betonte: „Das heißt, einen großen Anteil der Flugstunden werden wir immer noch auch außerhalb des Simulators erfliegen müssen.“
  • 25.06.19 13:25
    Im Büro des Baumarkts, wo die Bürgermeisterin und Amtsleiterin Birgit Kurth arbeitet, klingelt ununterbrochen das Telefon. „Die Leute wollen wissen, ob und wie sie zu ihren Wiesen und Feldern kommen oder ob sie überhaupt durch Nossentiner Hütte fahren dürfen“, sagt Ehemann Hartwig Kurth, der kräftig hilft, die Informationen zu verteilen.
  • 25.06.19 13:18
    Auch auf dem Gemeinde-Sportplatz, am Friedhof von Nossentiner Hütte und auf mehreren Wohngrundstücken fanden zahlreiche Bundeswehrangehörige in Schutzanzügen Wrackteile.

    An der Suche nach Wrackteilen und der Sicherung der Absturzstellen waren mehr als 300 Soldaten beteiligt.

    Foto: Christophe Gateau/dpa
  • 25.06.19 13:10
    Auch die Grünen haben sich nun zu den Flügen der Bundeswehr geäußert: „Generell müssen solche Flug-Manöver kritisch hinterfragt werden – nicht nur bei erhöhter Waldbrandgefahr, sondern auch, da Emissionen, Lärm und auch die Gefahren für die Bevölkerung nicht unerheblich sind“, sagte die Landesvorsitzende Claudia Schulz. „Es muss geprüft werden, in welchen Regionen und in welchem Ausmaß Eurofighter fliegen dürfen, und inwiefern man die Flüge über Urlaubsregionen einschränken kann.“
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Von RND/dpa/lf

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