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Politik im Rest der Welt Ein teures Prestigeprojekt
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15:26 25.06.2019
Laut einem Bericht der Bundeswehr zur Einsatzbereitschaft aus dem vergangenen Jahr waren von 128 Eurofighter-Kampfjets im Schnitt nur 39 einsatzbereit. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Berlin

Am Tag nach dem Absturz von zwei Eurofightern der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern mit einem getöteten Piloten geht die Ursachenforschung weiter. Die Bundeswehr hat die Untersuchung der Unfallursache übernommen. Dazu gehöre auch die Auswertung der Flugdatenschreiber beider Maschinen, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Das Verteidigungsministerium hat derweil Spekulationen über die Ursache des Unglücks zurückgewiesen. So sei die Einsatzfähigkeit der Maschinen inzwischen deutlich gestiegen und liege nun bei 60 Prozent, sagte ein Sprecher am Dienstag in Berlin. Wenn die Quote der einsatzbereiten Jets, weiter Richtung 70 Prozent steige, sei Deutschland unter den besten Ländern.

Laut einem Bericht der Bundeswehr zur Einsatzbereitschaft aus dem vergangenen Jahr waren von 128 Eurofighter-Kampfjets im Schnitt nur 39 einsatzbereit.

Kritik an technischen Mängeln

Das europäische Prestigeprojekt sorgte auch in Deutschland für Diskussionen. Neben den Kosten von 100 Millionen Euro pro Jet, wurden auch mehrfach technische Mängel kritisiert. Deutschland hatte 2015 deshalb die Abnahme weiterer Flugzeuge kurzfristig ausgesetzt, nachdem 2003 die ersten Modelle ausgeliefert worden waren.

Bei der Wartung sei vor allem die Industrie gefordert, die in der Vergangenheit dafür verantwortlich war, dass Wartung und Überholung der Flugzeuge zu lange dauerte, so der Ministeriumssprecher. Dies wirke sich auch auf die Zahl der verfügbaren Flugstunden aus. Weniger Flugstunden würden dazu führen, dass weniger Piloten einsatzfähig waren. Die Mindestzahl von 140 Flugstunden im Jahr und weiteren 40 Stunden in einem Simulator werde nicht unterschritten, so der Sprecher.

Weniger Jets ausgeliefert als geplant

Laut einem Bericht der „Welt“ sollten in drei Abschnitten ursprünglich 620 „Eurofighter“ produziert werden. Verzögerungen, Entspannungspolitik und Kostensteigerungen hätten dazu geführt, dass die Auftragszahl korrigiert wurde. Nach Hersteller-Angaben wurden bisher mehr als 500 Eurofighter an sieben Länder ausgeliefert: Neben den vier Entwicklerländern Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sind das Österreich, der Oman und Saudi-Arabien.

Die Eurofighter sei das sicherste Kampfflugzeug in der Geschichte der Bundeswehr. Seit 2004 sei kein deutscher Eurofighter abgestürzt, hatte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Montag erklärt.

Die Luftwaffe der Bundeswehr unterhält nach eigenen Angaben 140 Maschinen. Der typischerweise einsitzige Jet ist 15,9 Meter lang und fliegt mit zweifacher Schallgeschwindigkeit. Er kann sowohl für Luft-Luft- als auch für Luft-Boden-Kämpfe bewaffnet werden.

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Von RND/man

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