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Politik im Rest der Welt Berlin gedenkt der Anschlagsopfer vom Breitscheidplatz
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15:15 19.12.2018
Mit einem stillen Gedenken ist am zweiten Jahrestag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz der Opfer gedacht worden. Quelle: epd
Berlin

Zwei Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist mit einem stillen Gedenken an die Opfer und Hinterbliebenen erinnert worden. An der Gedächtniskirche versammelten sich am Mittwoch rund 100 Menschen. Sie verharrten in einer Schweigeminute. Auf den Stufen des Mahnmals wurden Rosen niedergelegt, davor mehr als ein Dutzend Kränze. Darunter waren auch Gebinde der Botschaften von Israel, Polen und Italien.

Neben Angehörigen der Opfer waren etwa Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), mehrere Senatoren, Polizeipräsidentin Barbara Slowik sowie der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke gekommen.

Am 19. Dezember 2016 war der islamistische Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. Insgesamt wurden bei dem Anschlag 12 Menschen getötet und mehr als 70 verletzt, viele von ihnen schwer.

Hier weiterlesen: Sie verloren die Mutter beim Terroranschlag von Berlin

In einer kurzen Ansprache wandte sich der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer, an die Angehörigen der Opfer. Einige seien erstmals nach Berlin gekommen und hätten dafür eine lange Reise auf sich genommen. Berlin verneige sich vor den Opfern.

Tag für Tag hielten Menschen vor dem Mahnmal inne und brächten so ihre Anteilnahme zum Ausdruck. In die Stille hinein verlas Pfarrer Germer die Namen der Getöteten. Erinnert wurde auch an diejenigen, die schwer verletzt wurden und nun mit bleibenden gesundheitliche Schäden leben müssten.

Mit einem stillen Gedenken ist am zweiten Jahrestag des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz der Opfer gedacht worden.

Das Mahnmal - ein knapp 17 Meter langer, goldener Riss im Boden - war vor einem Jahr der Öffentlichkeit übergeben worden. Zum ersten Jahrestag 2017 hatte es einen Empfang im Kanzleramt für Opfer und Hinterbliebene gegeben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) räumten Versäumnisse des Staates bei der Betreuung und Unterstützung der Angehörigen und Überlebenden ein.

Staat habe aus Versäumnissen gelernt

Der Opferbeauftragte Franke sagte am Mittwoch im SWR, der Staat habe aus den damaligen Versäumnissen gelernt. Psychologische und finanzielle Hilfen seien verbessert worden. Die Entschädigungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Es gebe noch einen hohen Gesprächsbedarf bei Betroffenen.

Berlins Regierender Bürgermeister Müller hatte am Montag erklärt: „Noch immer ist die Wunde nicht verheilt, die dieser feige Anschlag gerissen hat.“ Auch nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg seien sich beide Städte einig, an ihrer toleranten und weltoffenen Lebensweise festzuhalten.

Seehofer: „Dürfen nicht nachlassen“

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) teilte mit, die Ereignisse in Straßburg hätten auf schmerzliche Weise gezeigt, „dass wir nicht darin nachlassen dürfen, uns gegen solchen menschenverachtenden Terrorismus zur Wehr zu setzen“. Die deutschen Sicherheitsbehörden würden dies weiter konsequent tun. Der CSU-Vorsitzende drückte sein Mitgefühl für die Opfer und Hinterbliebenen aus und erklärte: „Der fürchterliche Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz hat uns vor zwei Jahren alle tief erschüttert.“

Für den Abend war eine kurze Andacht in der Kirche vorgesehen. Um 20.02 Uhr - dem Zeitpunkt des Anschlags - wird eine Glocke der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche zur Erinnerung an die Todesopfer zwölf Mal schlagen.

Von RND/dpa

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