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Politik im Rest der Welt Grüne empört über Wolfs-Abschusspläne von Umweltministerin Schulze
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14:50 03.03.2019
Ein Wolf im Nationalpark Bayerischer Wald (Archivfoto) Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin/Hannover

Die Grünen reagieren empört auf Pläne von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. „Ausgerechnet am Tag des Artenschutzes verkündet Umweltministerin Schulze, dass sie das Töten einer geschützten Art erleichtern will“, sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Steffi Lemke, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das ist eine Breitseite gegen den Naturschutz, denn damit trifft Frau Schulze nicht nur den Wolf, sondern auch andere geschützte Arten. Ihrer „Lex Wolf“ wird die Forderung nach einer Lex Biber und Lex Fischotter folgen“, so Lemke gegenüber dem RND.

Die Grünen verweisen darauf, dass das Töten von Wölfen bereits heute möglich sei, wie Beispiele in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gerade zeigten. „Die für das finanzielle Überleben der Schafhaltung in Deutschland notwendige Weidetierpämie verhindern CDU/CSU und SPD dagegen bis heute“, so Lemke. „An der Existenzkrise der Schafhaltung wird sich deshalb auch durch Frau Schulzes Plan nichts ändern.“

Schulze hatte der Bild am Sonntag gesagt, sie wolle das Naturschutzgesetz so ändern, dass der Abschuss von Wölfen erleichtert werde. „Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muss man sie auch abschießen dürfen. Das will ich mit einer ‚Lex Wolf’ klarstellen“, sagte Schulze. Konkret soll ein Wolf künftig bereits geschossen werden dürfen, wenn er „ernste landwirtschaftliche Schäden“ verursacht.

Bislang war von „erheblichem Schaden“ die Rede, der von den Gerichten erst bei einer Bedrohung der Existenz gesehen wurde. „Damit schaffe ich für die Schafshalter Rechtsklarheit und mache deutlich, dass auch Hobbyschäfer entschädigt werden können“, sagte Schulze.

Schulze will das Füttern von Wölfen verbieten

Die „Lex Wolf“ sehe außerdem ein Fütterungsverbot für Wölfe vor. Schulze: „Das geschieht momentan durch Menschen, die die Tiere interessant finden. So lockt man Wölfe aber in die Nähe von Wohngebieten. Und da gehören sie nicht hin.“ Die Änderung solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. „Es fehlt nur noch die Zustimmung der CDU“, sagte Schulze.

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben die Landesumweltministerien kürzlich die Abschüsse je eines Wolfes genehmigt. Sie werden für mehrere Angriffe auf Weidetiere verantwortlich gemacht.

Der Schadensbilanz der zuständigen Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW) zufolge lag die Zahl der Risse im Jahr 2017 mit 472 dokumentierten Fällen um fast 66 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere - meist Schafe - wurde auf 1667 beziffert, fast 55 Prozent mehr als 2016. Im Monitoringjahr 2017/18 wurden den DBBW-Daten zufolge 73 Rudel, 30 Wolfspaare und einige Einzelwölfe in Deutschland nachgewiesen. Die meisten Wölfe leben demnach derzeit in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen.

Von Thoralf Cleven/RND

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