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Politik im Rest der Welt Grünen-Politiker wollen Mobilitätsgarantie für ländliche Räume
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06:57 20.08.2019
Das brandenburgische Dorf Carzig mit Windenergieanlagen im Hintergrund. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
Berlin

Bundestagsabgeordnete der Grünen um Vizefraktionschef Oliver Krischer und den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses Cem Özdemir fordern, bei der Verkehrswende nicht allein an die überlasteten Städte in Deutschland zu denken.

"Während in den Städten neue Mobilitätsdienste entstehen und das Angebot bei Bussen und Bahnen ausgebaut wird, wird der öffentliche Nahverkehr auf dem Land immer weiter ausgedünnt, sodass viele Menschen abhängig vom eigenen Auto sind", heißt es in einem gemeinsamen Konzept für eine Verkehrswende auf dem Land, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Der Grünen-Plan sieht eine "Regionale Mobilitätsgarantie" vor - gemeint ist damit "mindestens ein stündlicher Takt zwischen den Mittelzentren und flexible Angebote bis zur Haustür". Strukturschwache Regionen sollen durch gezielte Förderung bei der Umsetzung unterstützt werden. Dabei geht es zum Beispiel um "vertaktete Busangebote bis in die späten Abendstunden" oder "Kombibusse, die neben Fahrgästen auch Waren transportieren können sowie Car- und Bikesharingangebote".

An Mobilitätsstationen, die vor allem an Bahnhöfen entstehen können, sollen verschiedene Angebote von Bus und Bahn bis hin zu Taxen und Leihrädern gebündelt zur Verfügung stehen.

Verkehrskonzept der Grünen-Abgeordneten

Durch "Mobilitätsstationen" sollen alle verfügbaren Verkehrsmittel besser vernetzt werden, damit die Bürger auch ohne eigenes Auto einfach und zuverlässig zum Ziel kommen. "An Mobilitätsstationen, die vor allem an Bahnhöfen entstehen können, sollen verschiedene Angebote von Bus und Bahn bis hin zu Taxen und Leihrädern gebündelt zur Verfügung stehen", heißt es in dem Papier. Die Grünen wollen den Ausbau von Bahnhöfen im ländlichen Raum zu Mobilitätsstationen mit bis zu 100 Millionen Euro im Jahr fördern.

2000 Kilometer Schiene reaktivieren

Die Bahn müsse durch die Reaktivierung von 2000 Kilometern stillgelegter Strecken bis 2030 und die Elektrifizierung zurück in die Fläche kommen und solle damit zum "Rückgrat der Verkehrswende" werden. Markus Tressel, Sprecher für Ländliche Räume und Regionalpolitik: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen auf dem Land auch ohne eigenes Auto angebunden bleiben. Dafür braucht es einen garantierten Zugang zu einem regelmäßigen und verlässlichen Nahverkehrsangebot.“

Das könne jedoch nur gelingen, wenn der Bund mehr Geld in den Neu- und Ausbau des Netzes investiert. "Wir wollen diese Investitionsmittel auf zunächst drei Milliarden Euro anheben und dann schrittweise so erhöhen, dass bis zum Jahr 2030 weitere vordringliche Projekte umgesetzt werden können", planen die Grünen.

Die Verkehrswende darf nicht an Stadtgrenzen halt machen, sondern muss auch im Umland, in ländlichen Regionen für bezahlbare, zuverlässige und klimafreundliche Mobilität sorgen.

Stephan Kühn, Grünen-Bundestagsabgeordneter

Stephan Kühn, Sprecher für Verkehrspolitik in der Bundestagsfraktion, sagte dem RND: „Die Verkehrswende darf nicht an Stadtgrenzen halt machen, sondern muss auch im Umland, in ländlichen Regionen für bezahlbare, zuverlässige und klimafreundliche Mobilität sorgen. Dort fühlen sich viele Menschen sprichwörtlich abgehängt."

Ausbau von Ladestationen für E-Autos

Das Auto wird von den Grünen ausdrücklich in ihr Konzept mit einbezogen. "Das Auto wird auf dem Land weiter eine wichtige Rolle spielen", halten die Autoren in ihrem Papier fest. "Damit die Elektromobilität nicht am ländlichen Raum vorbeizieht, wollen wir den Aufbau von öffentlichen Ladesäulen stärker fördern und sie flächendeckend verfügbar machen", heißt es.

"Durch eine Verdoppelung der Kaufprämie machen wir die Anschaffung von E-Autos attraktiver." Ein aufkommensneutrales Bonus-Malus-System in der Kfz-Steuer soll sicherstellen, dass "klimaschädliche Spritschlucker die Prämie gegenfinanzieren, und nicht die Steuerzahler".

Von Thoralf Cleven/RND

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