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Politik im Rest der Welt Hacker legen Pläne für Atomanlagen offen
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Hacker legen Pläne für Atomanlagen offen
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20:38 01.11.2018
Hacker haben ein französisches Bauunternehmen angegriffen. Quelle: Silas Stein/dpa
Paris

Die Atomkraft im Visier von Cyber-Kriminellen: Hacker haben Tausende sensible Daten eines französischen Unternehmens geklaut, wie zuerst der „NDR“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichteten. Demnach wurden bei dem Cyberangriff auf den Konzern Ingerop mehr als 11.000 Daten gestohlen.

Die Daten, die dem Rechercheteam vorliegen, umfassen eine Gesamtmenge von rund 65 Gigabyte. Der Datensatz umfasst Pläne von Hochsicherheitsgefängnissen, Unterlagen zu einem geplanten Atommülllager im Nordosten Frankreichs und massenhaft persönliche Daten der Mitarbeiter. Neben Projekten in Frankreich seien auch Vorhaben in Spanien und Südafrika von dem Datenleck betroffen, wie eine Sprecherin des Unternehmens dem „NDR“ bestätigte.

Spur führte auch nach Deutschland

Kurz nach Bekanntwerden des Datenklaus habe das Unternehmen nach eigene Angaben umfassende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die betroffenen Personen und Einrichtungen informiert. Bereits im Juli begannen die Ermittlungen in dem Fall, der erst jetzt öffentlich wurde. Eine Spur führt auch nach Deutschland, genauer gesagt ins Ruhrgebiet: Von einem Server im Dortmunder Kulturzentrum „Langer August“ sei ein Teil der Daten gespeichert gewesen – die Spur verlief allerdings im Sande, die Datensätze verschwanden eine Zeit lang von der Bildfläche. Nun sind sie allerdings wieder aufgetaucht. Mittlerweile ermittelt auch der französische Inlandsgeheimdienst in der Sache.

Das Unternehmen Interop ist weltweit an großen Bauprojekten beteiligt. In diesem Rahmen stand es bereits öfter im Fokus von Atomkraftgegnern. In den vergangenen drei Monaten stand vor allem das geplante Atommülllager in der Kritik. E-Mails aus dem Datenleck deuten darauf hin, dass der Konzern die Landwirte in der betroffenen Region in „kontrollierbar“ und „nicht kontrollierbar“ klassifiziert hat, wie der „NDR“ berichtet.

Von RND/lf