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Politik im Rest der Welt London bestätigt: Iran soll britischen Tanker bedrängt haben
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12:39 11.07.2019
(Symbolbild) Iranische Kräfte wollten offenbar einen britischen Tanker kapern. Quelle: Marcos Moreno/AP/dpa
Washington

Iranische Kräfte haben US-Medienberichten zufolge versucht, im Persischen Golf einen britischen Tanker zu kapern. Die US-Fernsehsender CNN und Fox News berichteten am Mittwochabend (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus der US-Administration, fünf bewaffnete Boote der iranischen Revolutionsgarden hätten sich dem Tanker am Mittwoch nahe der Straße von Hormus genähert.

CNN meldete, die Iraner hätten das britische Schiff aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und iranisches Gewässer anzusteuern. Ein britisches Kriegsschiff habe den Tanker jedoch begleitet, sei eingeschritten und habe die iranischen Boote zurückgedrängt. Es gebe US-Luftaufnahmen des Zwischenfalls, hieß es weiter.

Auch britische Regierung beschuldigt Iran

Die britische Regierung bestätige den Zwischenfall derweil. „Entgegen internationalem Recht versuchten drei iranische Schiffe, die Durchfahrt eines Handelsschiffes, der „British Heritage“, in der Straße von Hormus zu behindern“, teilte ein Sprecher der Regierung in London am Donnerstagmorgen mit.

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In der Erklärung des britischen Verteidigungsministeriums hieß es dazu: „Die „HMS Montrose“ war gezwungen, sich zwischen die iranischen Boote und die „British Heritage“ zu positionieren und verbale Warnungen an die Boote abzugeben.“ Die iranischen Schiffe hätten daraufhin abgedreht. „Wir sind über diese Aktion beunruhigt und fordern die iranischen Behörden weiterhin dringend auf, die Situation in der Region zu deeskalieren“ hieß es weiter.

Blockade von handelskritischer Meerenge

Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, hatte zuvor auf Anfrage erklärt, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den Tanker zu drangsalieren.

Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften auch einer internationalen Lösung. Die Weltwirtschaft sei abhängig von freien Handelswegen, und es sei an allen Nationen, diese zu schützen.

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen.

Iran dementiert Zwischenfall und spricht von Provokation

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) dementierten dagegen den Zwischenfall. „In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen“, erklärten die Revolutionsgarden am Donnerstag auf ihrer Webseite. „Das Ziel solcher wertlosen Unterstellungen ist lediglich, Spannungen zu provozieren“, sagte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif der Nachrichtenagentur Fars.

Die betroffene Meerenge, die Straße von Hormus, ist eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer. Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Im Juni hatte es dort mysteriöse Attacken auf zwei Tanker gegeben.

Die US-Regierung machte dafür den Iran verantwortlich, die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Die Zwischenfälle schürten international Ängste vor einer militärischen Eskalation zwischen beiden Staaten.

Auch Vorfall in Gibraltar

London und Teheran liegen zudem derzeit im Streit über einen iranischen Supertanker, der in der vergangenen Woche vor Gibraltar wegen des Verdachts illegaler Öllieferungen für Syrien festgesetzt worden war. Iran protestierte, bestellte dreimal den britischen Botschafter in Teheran ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebietes hat inzwischen angeordnet, dass das Schiff mindestens bis zum 21. Juli nicht wieder auslaufen darf. Gibraltar am Südzipfel der Iberischen Halbinsel steht seit 1713 unter britischer Souveränität.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hatte Großbritannien deswegen mit Konsequenzen gedroht. „Der Stopp des Supertankers durch die Briten war ein Fehler und dumm (...). Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass die internationale Schifffahrt sicher bleibt und sie nicht mit solchen Aktionen unsicher machen“, sagte Ruhani am Mittwoch. Großbritannien solle dies beherzigen, „um später nicht die Konsequenzen zu tragen“.

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Von RND/dpa