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Politik im Rest der Welt Kühnert beschwert sich über zu alte SPD-Europakandidaten
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18:57 13.11.2018
Juso-Chef Kevin Kühnert (SPD): Die SPD-Kandidaten für die Europawahl sind ihm zu alt und zu männlich. Quelle: dpa
Berlin

Juso-Chef Kevin Kühnert ist unzufrieden mit den möglichen Kandidaten der SPD für die Europawahl im kommenden Mai. „Andere Parteien überflügeln uns dieser Tage spielerisch, wenn es darum geht, ein vielfältiges Angebot für die Europawahl zu unterbreiten“, schreibt Kühnert in einem Brandbrief an alle SPD-Landes- und Bezirksvorsitzenden, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) vorliegt.

Auf dem Parteitag im Dezember 2017 habe SPD beschlossen vermehrt junge Menschen auf ihrem Weg in die Gremien und Parlamente unterstützen, so Kühnert. „Doch der Praxistest fällt kaum ein Jahr später ernüchternd aus.“ Von den zwölf Jusos, die sich um eine Europakandidatur beworben hätten, könne mit Ausnahme des Abgeordneten Tiemo Wölken niemand eine aussichtsreiche Nominierung eines Landesverbandes oder Bezirks vorweisen. „Jeder Einzelfall mag für sich genommen erklärbar sein – das Gesamtbild der Nominierungen ist es jedoch nicht“, kritisiert der Juso-Chef.

Acht Kandidaten sind über 60

Er rechnet vor: Unter den 25 Top-Prioritäten der Verbände seien lediglich vier „Neue“. Acht Kandidaten seien über 60 Jahre alt. 18 älter als 50. Nur zwei Personen seien unter 40. Keine unter 30. Auch das Geschlechterverhältnis sei mit 15 Männern und 10 Frauen unausgeglichen. „Gemeinsam stehen wir vor einem strukturellen Problem, das in erster Linie nicht den Jusos, sondern der Sozialdemokratie insgesamt schadet“, klagt Kühnert.

Er appelliert an die Parteivorderen, schnell nachzubessern. „Mit unseren Juso-KandidatInnen Delara Burkhardt, und Tiemo Wölken unterbreiten wir Euch ein passendes personelles Angebot dafür. Eine Frau und ein Mann. Eine neue Kandidatin und ein amtierender Abgeordneter. Zwei, die den Rück-halt unseres Verbandes genießen und für Europa brennen“, schreibt er. „Wir finden, Sie gehören bei der Aufstellung der SPD-Liste zur Europawahl auf vordere Listenplätze. Und wir fordern Euch dazu auf, sie dementsprechend im Rahmen eures Listenvorschlags zu berücksichtigen.“

Am Montag will der SPD Parteivorstand seinen Vorschlag für die Europawahl-Liste präsentieren. Letzte Gesprächen dazu sollen am Wochenende stattfinden.

Von Andreas Niesmann/RND

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