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Politik im Rest der Welt Kinderschutzbund zerpflückt Regierungspläne gegen Kinderarmut
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06:34 09.01.2019
Das „Starke-Familien-Gesetz“ soll Kinderarmut in Deutschland lindern. Der Kinderschutzbund hält die Pläne für unzureichend und bürokratisch. Quelle: dpa
Berlin

Das sogenannte „Starke-Familien-Gesetz“ der großen Koalition, das an diesem Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden soll, stößt auf scharfe Kritik beim Deutschen Kinderschutzbund. „Viele arme Kinder werden auch in Zukunft durch den Rost fallen und weiter in Armut leben“, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Dieses Gesetz ist keine Starke-Familien-Gesetz, sondern vor allem ein Starke-Bürokratie-Gesetz.“

Hilgers sagte, es sei „schon fast Realsatire“ bei derart geringen Verbesserungen von einem Gesetz für starke Familien zu sprechen: „Die Regelungen sind so kompliziert, dass Kinderzuschlag und Bildungs- und Teilhabepaket auch weiter nur einen geringen Teil der Anspruchsberechtigten erreichen werden.“

Hilgers: Hohe Dunkelziffer bei Kinderarmut

Die Regierung rechnet Hilgers zufolge lediglich mit 35 Prozent Inanspruchnahme beim Kinderzuschlag. Die Dunkelziffer mit Blick auf Kinderarmut in Deutschland bleibe hoch: „Bei zehn Euro mehr Lohn kann es sein, dass eine Familie unterm Strich 200 Euro weniger im Monat hat, weil Kita-Gebühren und andere Leistungen bezahlt werden müssen.“

Der Präsident des Kinderschutzbundes kritisierte auch die Pläne für das Bildungs- und Teilhabepaket. „Das Problem ist, dass der Schulbedarf nicht wissenschaftlich fundiert berechnet worden ist“, so Hilgers. „Experten gehen von einem Bedarf von 400 Euro aus. 150 Euro sind im Gesetz vorgesehen. Das ist zu wenig.“

Lesen Sie auch: „Starke-Familien-Gesetz“ – das plant die Bundesregierung im Einzelnen.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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