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Politik im Rest der Welt „Kleinrussland“ soll Ukraine-Nachfolger sein
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14:04 18.07.2017
Anfang Juli kam bei einer Explosion in Luhansk eine Person ums Leben. Quelle: imago/ITAR-TASS
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Moskau

Die pro-russischen Separatisten in der Ukraine haben einen neuen Staat ausgerufen. Die Rebellen in den Regionen Donezk und Luhansk sowie Vertreter anderer ukrainischer Gebiete würden einen Staat namens „Malorossija“ (Kleinrussland) bilden, zitierte die separatistische Donezker Nachrichtenagentur den Rebellenführer Alexander Sachartschenko. Es solle eine Verfassung ausgearbeitet und zur Volksabstimmung vorgelegt werden. Hauptstadt solle Donezk sein, Kiew nur noch ein „kulturelles Zentrum“.

Bisher haben sich die Rebellen in den sogenannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk organisiert, die international nicht anerkannt sind. Zur Zukunft der Ukraine verkündete Sachartschenko, der einstige ukrainische Staat könne nicht wiederhergestellt werden. „Wir, die Vertreter der Regionen der früheren Ukraine, ausgenommen die Krim, proklamieren die Bildung eines neuen Staates, der Nachfolger der Ukraine ist“, erklärte er. Der russische Außenpolitiker Leonid Kalaschnikow kritisierte die Initiative der Separatisten. Sie müssten vorsichtig sein, das Vorhaben widerspreche dem Friedensplan für den Donbass, verwies Kalaschnikow auf das Minsker Friedensabkommen.

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Seit 2014 kamen mehr als 10.000 Menschen ums Leben

Nach dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Viktor Janukowitsch hatten pro-russische Gruppen im Osten der Ukraine 2014 mehr Autonomie gefordert und einen bewaffneten Aufstand begonnen. Bei Kämpfen mit Regierungstruppen kamen seitdem mehr als 10.000 Menschen ums Leben.

Infolge der Annexion der Krim durch den russischen Staat 2014 unterstützte der Kreml auch die pro-russischen Rebellen in den beiden Volksrepubliken. 2015 vereinbarten Russland, die Ukraine, Deutschland und Frankreich in Minsk einen Fahrplan zur Beilegung des Konflikts. Laut Friedensabkommen sollen die von Kiew abtrünnigen Gebiete Autonomie erhalten, aber wieder unter die Kontrolle der Zentral-Regierung kommen. Die wiederum sollte dort Regionalwahlen zulassen.

In der Folge flauten die Kämpfe zwar ab, die politischen Ziele des Abkommens wurden aber nicht umgesetzt. Mit der Ausrufung des neuen Staates gefährden die Aufständischen den Friedensplan.

Von RND/dpa