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Politik im Rest der Welt Darum stößt Deutschland weniger CO2 aus
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14:55 02.04.2019
Im Sommer 2018 war der Rhein – wie hier in Köln – so niedrig, dass Frachter nicht fahren konnten. Deshalb waren Kraftstoffe teurer. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Berlin

Die CO2-Emissionen sind in Deutschland 2018 um 38 Millionen Tonnen zurückgegangen. Das entspricht einer Minderung um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. So viel hat Deutschland in den gesamten fünf zurückliegenden Jahren nicht abgebaut.

Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Umweltbundesamtes hervor, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat.

Gründe sind das Wetter und Ölpreise

Der Rückgang bei den Emissionen ist vor allem witterungs- und preisbedingt. Weil 2018 in weiten Teilen des Landes der Regen ausblieb und die Flüsse Niedrigwasser hatten, konnten die Frachter mit Heizöl und Steinkohle nicht wie gewohnt fahren. Öl und Kohle waren deshalb zeitweise knapp und teurer.

 „Diesen Sondereffekt bemerken wir in der neuen vorläufigen Klimabilanz“, sagte Schulze. „Es wurde weniger Steinkohle verbrannt, es wurde weniger Heizöl gekauft und es wurde weniger Benzin oder Diesel getankt. Man könnte sagen, hier bedroht der Klimawandel seine eigenen Ursachen, nämlich die Belieferung mit fossilen Energien“, so die Ministerin.

Sonniges Wetter bringt Solarstromrekord

Gleichzeitig sei der Anteil von erneuerbaren Energien am deutschen Strommix auf 38 Prozent gestiegen. „Das lag vor allem an dem sonnigen Wetter, das für einen neuen Rekord beim Solarstrom gesorgt hat“, sagte Schulze. „Aber auch bei Strom aus Windkraft ging es nach oben.“

Verkehr reduziert Emissionen –warum?

 Der Verkehr produzierte 2018 fünf Millionen Tonnen CO2 weniger als im Vorjahr. Warum das so ist, daran rätsele sie derzeit noch, sagte Schulze.

Der Preis für Benzin und Diesel sei 2018 höher als in den Vorjahren gewesen. „Das könnte eine Erklärung sein.“ Wegen der tendenziell gestiegenen Emissionen im Verkehrsbereich seit 1990 steht dieser bei Umweltschützern besonders in der Kritik.

Bilanz ist nicht endgültig

Die vorläufige Bilanz ist noch einigen Ungenauigkeiten unterworfen. Die genauen Zahlen für 2018 stünden erst 2020 zur Verfügung, sagte Schulze.

„Man weiß einfach nicht, ob Leute zum Beispiel Investitionen verschoben haben. Ob sie für ihre Ölheizung nicht im letzten Jahr, sondern im Jahr danach erst das Öl bestellt haben. Das kann man alles noch nicht ganz genau sehen.“

Schulze: Reform wirkt

Neben den besonderen Wetterbedingungen hat Schulze zufolge auch eine politische Maßnahme Wirkung gezeigt: die Reform des europäischen Emissionshandels.

„Das macht sich vor allem bei den Steinkohlekraftwerken bemerkbar, hier gehen die Emissionen deutlich zurück.“

Deutschland verbrennt weniger Kohle

Dass im Oktober 2018 zwei Braunkohlekraftwerke vom Netz gegangen sind, dürfte sich jedoch noch nicht besonders in den Zahlen bemerkbar machen, sagte die Umweltministerin.

„Aber es gibt bereits einen Rückgang bei den CO2-Emissionen aus Braunkohle, und dieser Trend wird 2019 weitergehen.“ Im Herbst 2019 sollen zwei weitere Braunkohlekraftwerke vom Netz gehen.

Bis 2050 emissionsfrei?

Durch den Rückgang 2018 hat Deutschland seine CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 30,6 Prozent gesenkt, bis 2030 sollen es 55 Prozent sein.

Bis etwa Mitte des Jahrhunderts, also 2050, sollten die CO2-Emissionen global bei null liegen. Das fordert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen in seinem jüngsten Positionspapier.

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Von Elena Butz/RND

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