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Politik im Rest der Welt Die ganze Welt als Aschenbecher
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18:00 18.12.2018
Zigarettenkippen: „Mehr als ein ästhetisches Problem.“ Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Berlin

Man muss es ja nicht gleich wie der Stadtstaat Singapur machen: Wer dort Kippen oder Kaugummis auf den Boden wirft oder spuckt, muss empfindliche Geldstrafen zahlen – oder landet sogar hinter Gittern. Verglichen damit ist die Kampfansage von Umweltministerin Svenja Schulz (SPD) an die Tabak-Industrie durchaus maßvoll. Sie will, dass sich die Konzerne künftig finanziell an der Entsorgung von Zigarettenfiltern beteiligen.

Ihr Vorstoß zielt in die richtige Richtung. Denn Zigaretten auf dem Boden sind mehr als ein ästhetisches Problem. Über sie geraten schädliche Chemikalien in die Umwelt. Und sie sind weltweit betrachtet der häufigste Plastik-Müll in der Landschaft und in den Weltmeeren. Viel häufiger als Plastiktüten und sehr viel häufiger als beispielsweise Einwegbesteck wie Plastikbecher. Die ganze Welt: ein Aschenbecher!

Die Tabak-Konzerne können sich nicht darauf zurückziehen, dass es ja die Menschen und nicht sie sind, die die Kippen in die Landschaft werfen: Wer ein Wegwerfprodukt herstellt, kann nicht alle Gewinne daraus einstecken, aber bei den Folgekosten für Umwelt und Gesellschaft so tun, als ginge einen das alles nichts an. Diese Zeiten sollten und müssen vorbei sein! Konsequenterweise muss dies dann auch für andere Wegwerfprodukte wie Plastikverpackungen oder Kaffeebecher gelten.

So richtig Schulzes Forderung, die ursprünglich aus dem Europaparlament kommt, auch ist – so gering ist leider die Chance auf eine zügige Umsetzung. Die CDU hat den Vorschlag bereits als „absurd“ abgelehnt. Der Vorstoß schwäche bei den Menschen deren Verantwortungsbewusstsein für Müllvermeidung und dessen richtige Entsorgung. Aha, na dann. Ob diese Haltung wohl irgendetwas mit dem langjährigen Sponsoring der Tabak-Industrie auf Parteiveranstaltungen zu tun hat?

Von Christian Burmeister

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