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Politik im Rest der Welt Für zwei linke Parteien ist in Deutschland kein Platz
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07:04 12.06.2019
Oskar Lafontaine und Gregor Gysi im Jahr 2010. Quelle: Franz-Peter Tschauner/dpa
Berlin

Als vor mehr als zehn Jahren die Linke gegründet wurde, da geschah dies nicht zuletzt unter Mitwirkung einstiger Sozialdemokraten und mit dem Ziel, die SPD der Agenda 2010 entweder zu verdrängen oder zumindest auf einen anderen Kurs zu zwingen. Im Sommer 2019 steht die SPD im Wesentlichen noch da, wo sie seinerzeit stand. Nur ist sie wesentlich schwächer geworden. Auch die Linke selbst wird schwächer. In der letzten Umfrage von Infratest dimap kommen beide Parteien zusammen auf 19 Prozent – während die Grünen als vormals dritte linke Partei bei 26 Prozent liegen und damit sogar einen Prozentpunkt vor der Union. Dies sollte Sozialdemokraten und Linken zu denken geben.

Zwar gibt es nach wie vor bedeutende Unterschiede zwischen beiden Parteien. Vor allem die Bindung an den „Westen“ – oder was davon in Zeiten von Donald Trump und Brexit noch übrig ist – ist für die SPD essenziell, für die Linke nicht. Überdies darf in der linken Bundestagsfraktion eine Handvoll Irrlichter ein fröhliches Schattendasein führen.

Lesen Sie hier ein Interview mit Oskar Lafontaine

Differenzen in der Außenpolitik

Abgesehen davon jedoch ist zu erwarten, dass die SPD die große Koalition demnächst verlässt und anschließend weiter nach links rückt. Spätestens dann wird sich die Frage stellen, ob zwei linke Parteien in demselben politischen Spektrum noch eine Existenzberechtigung haben – zumal in ihrer jetzigen Umfragen-Größe – oder ob es nicht besser wäre, aus zwei schwachen Parteien eine stärkere zu machen. Längst kann man sich Kevin Kühnert ja auch in der Linken vorstellen, während man sich Dietmar Bartsch auch in der SPD vorstellen kann.

Nein, eine Vereinigung wird nicht heute kommen und nicht morgen. Doch übermorgen vielleicht. Ohnehin zeigt sich, dass das öffentliche Aufmerksamkeitsreservoir für sechs im Bundestag vertretene Fraktionen im Grunde nicht reicht. Weniger wäre mehr.

Von Markus Decker/RND

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