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Politik im Rest der Welt Das sind die Spitzenkandidaten bei der Thüringer Landtagswahl
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18:32 27.10.2019
Abgeordnete und Regierungsmitglieder bei einer Sitzung im Thüringer Landtag. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp
Erfurt

Nach Bremen, Brandenburg und Sachsen wählen die Thüringer als viertes Bundesland in diesem Jahr einen neuen Landtag. Aus der Wahl am 27. Oktober könnte die Linke um Ministerpräsident Bodo Ramelow als stärkste Kraft hervorgehen. Aktuellen Umfragen zufolge kommt die Partei auf 28 bis 29 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis erzielten die Linken 2014, bei der letzten Landtagswahl in Thüringen.

Damals reichte das, um zusammen mit den Grünen und der SPD den ersten Linken-Ministerpräsidenten zu stellen. In diesem Jahr könnte es trotzdem nur noch für eine Minderheitsregierung reichen. Der Grund: das Erstarken der AfD um Spitzenkandidat Björn Höcke und das gleichzeitige Schwächeln der SPD, die mit Wolfgang Tiefensee in die Thüringen-Wahl geht.

Wir stellen die Spitzenkandidaten der Parteien vor, die Aussicht auf einen Einzug in den Thüringer Landtag haben.

Hier geht’s zum Wahl-O-Maten für die Thüringen-Wahl 2019.

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Bodo Ramelow, Spitzenkandidat von Die Linke

Bodo Ramelow geht als amtierender Ministerpräsident ins Rennen um den Regierungsvorsitz in Thüringen. Der 63-Jährige ist der erste Linken-Politiker, der den Posten eines Ministerpräsidenten bekleidet. Ähnlich historisch wäre seine Wiederwahl.

Nachdem die Linke in den letzten Landtagswahlen im Osten viele Wählerstimmen verloren hat, ruhen große Hoffnungen auf Thüringen. Jüngsten Umfragen zufolge könnten die Linken als stärkste Kraft aus der Landtagswahl hervorgehen. Ein Fortbestehen der jetzigen rot-rot-grünen Koalition ist aber, vor allem wegen der Schwäche der SPD, nach derzeitigem Stand unwahrscheinlich.

Bodo Ramelow tritt im Wahlkreis 26 (Erfurt III) an. Zu seinen politischen Positionen zählen die Abschaffung von Billiglöhnen und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Ramelow spricht sich für eine Fortführung des Bündnisses aus Linke, SPD und Grünen in Thüringen aus.

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Bodo Ramelow geht als amtierender Ministerpräsident von Thüringen ins Rennen. Quelle: Martin Schutt/zb/dpa

Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD

Auf Platz eins der AfD-Landesliste in Thüringen steht Björn Höcke. Seit der letzten Landtagswahl ist er Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag. Höcke gilt als Begründer der rechtsradikalen Strömung „Der Flügel“, die vor allem wegen ihrer Spaltungstendenzen innerhalb der eigenen Partei umstritten ist.

Der seit 2014 beurlaubte Gymnasiallehrer steht wegen rechtsextremer Aussagen und seines revisionistischen Geschichtsbildes immer wieder im öffentlichen Fokus. Vor Kurzem verließ Höcke ein Interview in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, da er sich bei den Fragen des Journalisten „verhört“ fühlte.

Björn Höcke stellt sich im Wahlkreis 1 (Eichsfeld I) zur Wahl.

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Spitzenkandidat der AfD in Thüringen: Björn Höcke. Quelle: imago images / Sammy Minkoff

Mike Mohring, Spitzenkandidat der CDU

Die CDU schickt Mike Mohring als Spitzenkandidaten ins Rennen. Der 38-jährige Politiker aus Apolda ist seit 1999 Mitglied des Thüringer Landtags und seit 2008 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.

Im Januar 2019 machte Mohring seine Krebserkrankung bekannt, im Juni verkündete er seine vollständige Genesung. Der konservative Politiker spricht sich für die Einführung einer Grundrente und eine Lockerung der Russland-Sanktionen aus. Eine Koalition mit der AfD schließt er aus.

Mehr zum CDU-Spitzenkandidaten in Thüringen lesen Sie im RND-Interview.

Der Thüringer CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp

Wolfgang Tiefensee, Spitzenkandidat der SPD

Wolfgang Tiefensee ist der Spitzenkandidat der SPD in Thüringen. Der 64-Jährige war von 1998 bis 2005 Oberbürgermeister von Leipzig und anschließend Ostbeauftragter der Bundesregierung bis 2009. In dieser Zeit arbeitete er zudem als Bundesverkehrsminister in Angela Merkels erstem Kabinett.

Seit 2014 ist Wolfgang Tiefensee Wirtschafts- und Wissenschaftsminister im Kabinett Ramelow. Bei der Landtagswahl in Thüringen tritt er im Wahlkreis 42 (Gera II) an.

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Wolfgang Tiefensee ist SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Thüringen.

Anja Siegesmund und Dirk Adams, Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen

Wie bei den Grünen üblich, zieht die Partei auch in Thüringen mit zwei Spitzenkandidaten in die Landtagswahl. Anja Siegesmund, 42, und Dirk Adams, 51, treten am 27. Oktober auf den Listenplätzen eins und zwei für die Grünen an. Während Siegesmund im Wahlkreis 37 (Jena I) antritt, konkurriert Adams im Wahlkreis 26 (Erfurt III) mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Trotz der zuletzt schlechter als erwarteten Ergebnisse bei der Sachsen- und der Brandenburg-Wahl, hoffen die Grünen, in Thüringen ihren Höhenflug fortsetzen zu können. Dafür setzt die Partei in Thüringen auf klassische grüne Wahlkampfthemen wie eine wirksame Klimaschutzpolitik und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Anja Siegesmund und Dirk Adams treten als Spitzenkandidatenduo der Grünen bei der Landtagswahl in Thüringen an. Quelle: Bodo Schackow/zb/dpa

Thomas Kemmerich, Spitzenkandidat der FDP

Die FDP hofft mit Thomas Kemmerich als Spitzenkandidaten auf den Wiedereinzug ins Thüringer Landesparlament. Bei der Landtagswahl 2014 scheiterten die Freien Demokraten mit 2,5 Prozent der Stimmen an der Fünf-Prozent-Hürde. Umfragen einen Monat vor der Wahl sehen die Partei knapp über oder unter den nötigen 5 Prozent.

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Thomas Kemmerich gehört der FDP-nahen Vereinigung Liberaler Mittelstand an, deren Bundesvorsitz er 2011 übernahm. Seit dem Rücktritt von Franka Hitzing im November 2015 ist er Landesvorsitzender der FDP Thüringen. Im Bundestag sitzt Kemmerich unter anderem als Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie.

Zusammen mit Bodo Ramelow von den Linken und Dirk Adams von den Grünen tritt der 54-Jährige für die FDP im Wahlkreis 26 (Erfurt III) an.

Thomas Kemmerich, Spitzenkandidat der FDP Thüringen, beim Wahlkampfauftakt in Jena. Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dp

Von Patrick Fam/RND

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