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Politik im Rest der Welt Maduro zu Treffen mit Trump bereit
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20:04 15.02.2019
Staatschef Nicolás Maduro, umgeben von fröhlichen Kinder. Mit der Realität im Land hat das wenig zu tun. Quelle: Marcelo Garcia/Prensa Miraflores/dpa
Caracas

Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro hat sich zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump oder seinen Gesandten bereit erklärt. Er enthüllte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, Kontakte zu dem Venezuela-Beauftragten der US-Regierung, Elliott Abrams, habe es bereits gegeben. Maduro kritisierte in dem Gespräch am Donnerstag die Unterstützung Washingtons für seinen innenpolitischen Herausforderer, Parlamentspräsident Juan Guaidó, der Maduros Wiederwahl im vergangenen Jahr als manipuliert ablehnt und sich zum Interimspräsidenten bis zu demokratischen Neuwahlen erklärt hat.

US-Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag vor Journalisten in Rejkjavik, Maduros Vorschlag direkter Gespräche sei nichts Neues, zeige aber, dass er erkenne, dass sein Volk sein „Regierungsmodell“ ablehne. Er ließ offen, ob er Abrams zu einem Treffen mit Maduro nach Caracas entsenden werde.

Kein Gedanke an Rücktritt

Die USA verstärkten weiter den Druck auf Maduros Regierung und Staatsapparat. Sie verhängten Sanktionen gegen den Chef des staatlichen Ölkonzerns PDSVA, Generalmajor Manuel Quevedo, und vier ranghohe Geheimdienst- und Polizeibeamte. Das gab Finanzminister Steven Mnuchin bekannt. Zudem wurde weitere humanitäre Hilfe auf den Weg gebracht, wie aus einer geleakten E-Mail des State Departments an den Kongress hervorging. Erstmals soll ein US-Militärflugzeug für den Transport benutzt werden. In der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta lagern bereits 250 Tonnen Hilfslieferungen, die Maduro nicht ins Land lassen will.

Maduro sagte der AP, sein Außenminister Jorge Arreaza habe kürzlich zweimal im Geheimen den US-Sondergesandten Abrams getroffen. Und auch er sei zu einem Gespräch mit Abrams und auch Trump persönlich bereit. Einen Rücktritt, wie ihn die USA und viele andere Staaten fordern, lehnte Maduro abermals ab.

„Schnappt Euch diese Krumen“

Er betonte in dem Interview erneut, dass er nicht an Rücktritt denke. Damit die Venezolaner wieder auf die Beine kämen, müsste nur der US-Präsident seine Finger von seinem Land lassen. Denn die US-Sanktionen gegen die Ölindustrie seien für die Not der Bevölkerung seines Landes verantwortlich. „Die infizierte Hand von Donald Trump schadet Venezuela“, erklärte Maduro. Um die Einbußen durch den Wegfall der USA als Ölkäufer wett zu machen, werde sein Land Exporte nach Indien und andere asiatische Staaten ausbauen.

Die von den USA bereitgestellten Hilfsgüter für seine notleidenden Landsleute bezeichnete Maduro als „Krumen“, zumal die Regierung in Washington milliardenschwere venezolanische Vermögenswerte aus Öleinnahmen und anderen Quellen im Ausland eingefroren habe. „Sie hängen uns, stehlen unser Geld und dann sagen sie ,Hier, schnappt euch diese Krumen’ und machen eine globale Show daraus“, sagte er. Maduro spielte damit offenbar auch auf das von Milliardär Richard Branson angekündigte Benefizkonzert für die Venezolaner in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta an. „In Würde sagen wir: Nein zu dieser globalen Show. Wer auch immer Venezuela helfen will, ist willkommen, aber wir haben genügend Kapazität, um für alles zu zahlen, was wir brauchen.“

Von RND/AP

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