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Politik im Rest der Welt Fall Lübcke: Gibt es weitere Täter?
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19:15 18.06.2019
Walter Lübcke (CDU) wurde mit einem Kopfschuss auf der Terrasse seines Wohnhauses getötet. Quelle: Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa
Berlin

Im Mordfall Walter Lübcke gehen die Ermittler des hessischen Landeskriminalamtes (LKA) der Frage nach, ob der Tatverdächtige Stephan E. möglicherweise Mittäter oder Helfer hatte. Entsprechende Hinweise ergeben sich nach Informationen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ aus einer Zeugenaussage, wonach sich zwei Autos vom Tatort sehr schnell entfernt haben sollen.

Ein Nachbar Lübckes gab gegenüber der Polizei an, in der Tatnacht einen Schuss gehört zu haben. Anschließend seien zwei Autos in aggressiver Art durch den Ort gefahren. Er habe, so sagte der Zeuge, den Eindruck gehabt, als hätten sich die Leute verfahren. Eines der Fahrzeuge sei ein Volkswagen Golf Caddy oder ein ähnliches Fahrzeug gewesen, das andere Auto konnte der Mann nicht beschreiben.

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Gefahr der Verschleierung

Die Ermittler fanden heraus, dass ein Auto, das auf die Zeugenbeschreibung passte, ein grauer Volkswagen Caddy Life, auf die Ehefrau des Tatverdächtigen Stephan E. zugelassen ist. Die gab in einer Vernehmung durch das LKA allerdings an, das Auto werde ausschließlich von ihrem Ehemann gefahren. Auch wegen dieser Hinweise auf mögliche Mittäter und wegen der Gefahr einer möglichen Verschleierung ordnete die Ermittlungsrichterin am vergangenen Wochenende Untersuchungshaft an.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Stephan E. entdeckten die Ermittler nach Informationen von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ einen weiteren Autoschlüssel, versteckt im CD-Fach eines Radios im Gäste-WC. Der Schlüssel gehört zu einem Fahrzeug der Marke Skoda, das Stephan E. vor einiger Zeit angeblich für einen Verwandten verkaufen sollte. Seiner Ehefrau soll Stephan E. gesagt haben, dass er den Wagen zwischen dem 2. und dem 4. Juni veräußert habe. Den Verkaufsauftrag bestätigte der Verwandte. Bis jetzt konnte das Auto nicht gefunden werden.

Die Ehefrau von Stephan E. sagte der Polizei, sie sei am Tatabend erst spät mit der Tochter nach Hause gekommen. Ihr Mann wiederum sei nach ihr zu Hause eingetroffen, wo er sich in den Stunden zuvor aufgehalten habe, wisse sie nicht. Er gehe öfter für einige Stunden in den Wald, um zu spazieren. Oder er gehe in den Schützenverein, um mit einem Sportbogen zu schießen. Sie habe einmal eine Waffe bei ihrem Mann gesehen, so die Ehefrau. Stephan E. habe ihr gesagt, dass es sich um eine legale Waffe handele. Munition habe sie im Haus nie gesehen.

Witze über Juden und Muslime

Die Tatwaffe haben die Ermittler bislang nicht gefunden. Neben der Wohnung des Beschuldigten, in der 83 Asservate, darunter eine Schreckschusspistole und zahlreiche Datenträger, sichergestellt wurden, durchsuchten die Ermittler des LKA am vergangenen Samstag auch den Arbeitsplatz von Stephan E. bei einer Kasseler Firma. Dort entdeckten die Beamten in einem Spind einen Laptop und ein Notizbuch, die derzeit ausgewertet werden.

Auf dem Mobiltelefon des Verdächtigen konnten bereits Dateien festgestellt werden, die eine deutliche rechte Gesinnung zeigen würden, heißt es aus Ermittlerkreisen. So sollen auch Witze über Juden und Muslime darauf gefunden worden sein, ebenso sei eine Affinität zu Waffen erkennbar. Bezüge zum Tatort, einer Tatplanung und zum Opfer Walter Lübcke hätten sich bislang jedoch nicht ergeben.

Von RND/dpa

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