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Politik im Rest der Welt Michael Roth und Christina Kampmann – diese beiden Politiker wollen an die Spitze der SPD
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15:17 03.07.2019
Biographische Unterschiede, politische Gemeinsamkeiten: Michael Roth und Christina Kampmann wollen gemeinsam die SPD führen. Quelle: Thomas Imo/photothek.net
Berlin

Die SPD sucht eine neue Parteispitze, nach den Vorstellungen vieler in der SPD soll es diesmal am liebsten eine Doppelspitze sein. Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, und die nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Christina Kampmann haben sich jetzt im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erklärt. Sie sind die ersten, die offiziell sagen: Wir kandidieren und wollen gemeinsam die Partei führen.

Wer sind die beiden Menschen, die dieses Amt in einer Zeit übernehmen wollen, in der die SPD katastrophal in den Umfragen dasteht und ein Stopp des Abwärtstrends alles andere als sicher ist?

Die Geschichte von Michael Roth und Christina Kampmann fängt mit biografischen Unterschieden an. Und sie geht weiter mit politischen Gemeinsamkeiten.

Die erste Bewerbung ist raus. Staatsminister Michael Roth und NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann wollen die neue SPD-Doppelspitze werden. Bisher haben sie im Kampf um den Vorsitz keine offizielle Konkurrenz.

Der 48-jährige Roth, geboren in der hessischen Kleinstadt Heringen, stammt aus einer Bergmannsfamilie und hat als erster in seiner Familie Abitur gemacht. Damit ist er, wenn man so will, unmittelbarer Profiteur sozialdemokratischer Bildungspolitik. Aufgewachsen ist er an der innerdeutschen Grenze – eine Erfahrung, die dazu beigetragen haben dürfte, dass er heute als Europapolitiker für gute Verständigung auf dem Kontinent einsetzt.

Roth trat im Jahr 1987 noch als Schüler in die SPD ein, von 1993 bis 1995 war er stellvertretender Bundesvorsitzender der Jusos. Nach dem Zivildienst studierte er Politikwissenschaften in Frankfurt, später war er eine Zeit lang als Dozent an der Freien Universität Berlin tätig.

Fest im Wahlkreis verankert

Der Politiker aus Nordhessen ist fest in seinem Wahlkreis verankert – seit 1998 wurde er stets direkt in den Bundestag gewählt. Er gehört der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion an. Von 2009 bis 2014 war er Generalsekretär des Landesverbandes Hessen. Roth ist Staatsminister im Auswärtigen Amt und als solcher für Europathemen zuständig. Er ist zudem Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Kampmann ist zehn Jahre jünger als Roth. Geboren in Gütersloh, ist sie auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ihr Vater – hauptberuflich KfZ-Mechaniker – und ihre Mutter stellten den Hof auf biologische Landwirtschaft um. Zum Thema Umwelt, das für Sozialdemokraten im politischen Alltag mit vielen Widersprüchen verbunden ist, hat Kampmann schon früh eine Verbindung entwickelt.

Lesen Sie hier das ganze Interview mit Michael Roth und Christina Kampmann.

Die heute 38-Jährige hat ein duales Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin abgeschlossen und bei der Stadt Bielefeld gearbeitet. Nach einem Bachelor in Politikwissenschaften hat sie einen Master in European Studies in Wien gemacht. Das Interesse an Europa teilt sie also mit Roth – auch wenn er daraus sozusagen seinen Beruf gemacht hat.

Ihren bisher größten politischen Karrieresprung machte Kampmann im Jahr 2015 – und er führte sie von Berlin zurück nach Nordrhein-Westfalen. Kampmann verließ den Bundestag, in den sie 2013 gewählt worden war. Sie wurde Ministerin im Kabinett der damaligen Landeschefin Hannelore Kraft. Ihr Ressort: Familie, Kinder, Jugend und Sport. Doch im Jahr 2017 war es mit der Zeit als Ministerin schon wieder vorbei – als Kraft die NRW-Landtagswahl, für viele in der SPD unerwartet, gegen den CDU-Kandidaten Armin Laschet verlor.

Kampmann ist jetzt Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen. Im Bundestag hatte die SPD-Politikerin im Innenausschuss und im Ausschuss Digitale Agenda mitgearbeitet. Und vor allem lernte sie damals Roth kennen und schätzen.

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Von Tobias Peter/RND

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