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Politik im Rest der Welt Gescheiterte US-Verhandlungen: Nordkorea soll Sondergesandten hingerichtet haben
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Gescheiterte US-Verhandlungen: Nordkorea soll Sondergesandten hingerichtet haben
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10:58 31.05.2019
Donald Trump und Kim Jong Un bei ihrem Treffen in Hanoi am 27. Februar 2019. Quelle: www.imago-images.de
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Seoul

Nordkorea soll einem südkoreanischen Zeitungsbericht zufolge den Sondergesandten für die USA hingerichtet haben. Die Tageszeitung „Chosun Ilbo“ berichtet dies unter Berufung auf einen nicht identifizierten Informanten aus Nordkorea.

Demnach soll Kim Hyok Chol nach seiner Rückkehr im März am Mirim-Flughafen bei Pjöngjang erschossen worden sein. Kim Hyok Chol hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP zusammen mit dem US-Gesandten Stephen Biegung das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un vorbereitet.

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Die Hinrichtung soll dem Bericht zufolge erfolgt sein, da er nur „dürftig über die Verhandlungen Bericht erstattete“. Nordkorea warf ihm daher Spionage für die USA vor.

Kims Übersetzerin ins Gefangenenlager gebracht

Neben Kim Hyok Chol sollen vier weitere hochrangige Mitarbeiter des nordkoreanischen Außenministeriums nach einer „Untersuchung“ hingerichtet worden sein, berichtet AFP weiter.

Die Übersetzerin von Kim soll nach dem Gipfel in ein Gefangenenlager gesperrt worden sein. Der Vorwurf: Sie habe ein neues Angebot Kims vor dem Abbruch der Gespräche mit Trump nicht übersetzt. Ein hochrangiger Vertreter der kommunistischen Partei Nordkoreas soll ebenfalls in ein Arbeitslager gebracht worden sein. Er hatte stellvertretend für Nordkorea Gespräche mit US-Außenminister Mike Pompeo geführt.

Lesen Sie auch: Trump spielt Konflikt herunter: „Nordkoreas kleine Raketen beunruhigen mich nicht“

US-Präsident Donald Trump und Kim hatten sich erstmals im Vorjahr in Singapur getroffen. Ein zweiter Gipfel folgte Ende Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, doch wurde das Treffen dort vorzeitig abgebrochen, da beide Seiten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen konnten. Die nordkoreanische Seite verlangte insbesondere eine Aufhebung eines Großteils der Sanktionen.

Mitte April zeigte sich Kim Jong Un prinzipiell zu einem dritten Gipfeltreffen mit Trump bereit gezeigt. Allerdings stellte Kim die Bedingung, die USA müssten einen fairen und für beide Seiten akzeptablen Vorschlag für ein Abkommen vorlegen. Er warf den Amerikanern vor, einseitig Forderungen aufzustellen. Bis Ende dieses Jahres wolle er geduldig auf eine „mutige Entscheidung“ der USA warten, wurde Kim von den Staatsmedien zitiert.

Von RND/ngo