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Politik im Rest der Welt Ostbeauftragter kritisiert geplanten Gysi-Auftritt in Leipzig
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05:00 29.06.2019
Gregor Gysi am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz. Bis heute trauen ihm viele Bürgerrechtler nicht. Quelle: picture alliance/ Andreas Altwe
Berlin

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), hat den geplanten Auftritt von Linken-Politiker Gregor Gysi zum 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der Leipziger Peterskirche kritisiert.

„Ich halte die Auswahl von Gregor Gysi als Festredner am Jahrestag der großen Leipziger Demonstration vom 9. Oktober für völlig unangemessen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und fügte hinzu: „An diesem Tag haben 1989 zehntausende Menschen Mut gefasst und ihre Stimme für Veränderungen erhoben. Dass nun ein Politiker reden soll, der 1989 und 1990 alles daran setzte, dass sich das alte System halten kann, ist ein Schlag ins Gesicht der Mutigen.“ Dieser Jahrestag müsse „den Menschen gehören, die die Friedliche Revolution initiiert haben, nicht denen, die sie verhindern wollten", betonte der CDU-Politiker.

Offener Brief mit 420 Unterzeichnern

In einem Offenen Brief, der am Freitag in Leipzig veröffentlicht wurde, hatten sich zuvor mehr als 420 Bürgerinnen und Bürger darüber empört, dass Gysi am 9. Oktober 2019 eine Festrede zum Jahrestag der Revolution halten solle. Der Rechtsanwalt war der letzte SED-Vorsitzende. Auch sein berufliches Verhältnis zum Ministerium für Staatssicherheit der DDR gilt als nicht geklärt.

„Wir können nicht glauben, dass die Geschichtsvergessenheit bereits so weit fortgeschritten ist, dass nun schon diejenigen zu Festreden eingeladen werden, die Revolution und Einheit mit aller Entschiedenheit zu verhindern suchten“, heißt es in der Erklärung mit dem Titel „Fake News zur Friedlichen Revolution?“ Das sei zynisch. Verbreitet wurde der Brief vom Archiv Bürgerbewegung Leipzig und der Robert-Havemann-Gesellschaft Berlin.

Ungeklärte Stasi-Tätigkeit

Gysi habe in den vergangenen 30 Jahren „als wichtigster Funktionär der mehrfach umbenannten SED die Aufarbeitung der SED-Diktatur persönlich und als Funktionsträger behindert“, heißt es weiter. Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören Vertreter und Vertreterinnen der DDR-Opposition, der DDR-Aufarbeitung, der Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie politische Akteure aus Ost und West.

In diesem Jahr jährt sich die Friedliche Revolution 1989 zum 30. Mal. Am 9. Oktober 1989 waren in Leipzig mehr als 70.000 Menschen aus der ganzen DDR gegen die SED-Herrschaft auf die Straße gegangen. Diese Demonstration gilt als das entscheidende Ereignis im Revolutionsherbst 89.

Gysis Sprecher reagiert

Gysis Sprecher Hendrik Thalheim reagierte inzwischen auf die Kritik. „Die Angst einiger, dass ihnen ihre Bedeutung und ,ihre‘ Revolution gestohlen werden soll“, halte Gysi „für unbegründet“, sagte Thalheim dem RND. Er könne „sein Wirken in 71 Jahren seines Lebens besser einschätzen“.

Thalheim betonte im Übrigen, „dass es bei den Demonstrationen am 9. Oktober 1989 in Leipzig nicht um die Herstellung der deutschen Einheit ging und die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Offenen Briefes offenbar den 4. November 1989 mit der größten Demonstration zur Wendezeit, bei der Gregor Gysi gesprochen und deren Zustandekommen er anwaltlich unterstützt hat, nicht als Teil der friedlichen Revolution betrachten“.

Von Markus Decker/RND/epd

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