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Politik im Rest der Welt AfD fragt nach Vornamen von Messerangreifern: Die meisten heißen Michael
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16:22 29.03.2019
Die Polizeistatistik liefert gelegentlich andere Ergebnisse, als manch einer denkt. Quelle: Bodo Schackow/dpa
Berlin

Was kann man tun, wenn eine Statistik nicht hinreichend die eigenen Vorurteile bestätigt? Man kann weitere Zahlen besorgen – in der Hoffnung, dass einem diese besser gefallen.

So hat es die AfD in Sachen einer Statistik versucht, die im September 2018 zur Messerkriminalität im Saarland von der Polizei vorgelegt worden ist.

Die „Saarbrücker Zeitung“ beschreibt den Vorgang so: Bei der aufwendigen Sonderauswertung war herausgekommen, dass im Untersuchungszeitraum von Januar 2016 bis April 2018 die mit Abstand meisten Taten von deutschen Staatsangehörigen begangen wurden – wenn auch Syrer und Afghanen relativ gesehen überrepräsentiert waren.

Michael, Daniel, Andreas – alles deutsche Namen

Erfasst wurden demnach 1490 Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeiten. 842 Mal sei der Täter ein Deutscher, 122 Mal ein Syrer, 94 Mal ein EU-Ausländer und 36 Mal ein Afghane gewesen. 289 Mal habe kein Täter ermittelt werden können.

Die AfD-Fraktion im Landtag habe sich mit diesen Zahlen nicht zufrieden geben wollen, berichtet die Saarbrücker Zeitung. Offenbar sei die AfD davon ausgegangen, dass unter den deutschen Tätern auch zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund seien, die aber mittlerweile eingebürgert sind. Also habe der AfD-Abgeordnete Rudolf Müller die Landesregierung schriftlich gefragt: „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“

Die gibt es. 24-mal hieß der Täter Michael, 22-mal Daniel, 20-mal Andreas, 15-mal Sascha, und 14-mal Thomas. Es geht weiter mit Christian, Kevin, Manuel, Patrick (jeweils 13 Fälle), David und Jens (je 12 Fälle, Justin und Sven (11 Fälle). Eine doppelte Staatsbürgerschaft hatten übrigens nur 14 der 842 deutschen Täter.

Von RND

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